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London vor den Wahlen

May: Kein Brexit-Vertrag besser als ein schlechter

Der Anschlag von Manchester hatte sich wie ein Schatten über das ganze Land gelegt. Doch jetzt ist in Großbritannien der Wahlkampf wieder angelaufen. Am 8. Juni wird vorzeitig ein neues Unterhaus gewählt.

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Wahlkampf in Großbritannien

Gut eine Woche vor den Parlamentswahlen positionierten sich die Vorsitzenden der beiden großen Parteien, Premierministerin Theresa May von den konservativen Torries und Labour-Chef Jeremy Corbyn in getrennten Fernsehinterviews. Ein direktes TV-Duell mit Corbyn hatte May abgelehnt.

Mit ihr werde es beim EU-Austritt keine Einigung "um jeden Preis" geben, sagte May. "Wir werden dort sein, um den richtigen Deal auszuhandeln, aber wie ich schon sagte, kein Deal ist besser als ein schlechter." Großbritannien müsse auch bereit sein, die Verhandlungen zu verlassen, sagte May, die das auch schon wiederholt gegenüber der EU-Spitze in Brüssel herausgestellt hat. Dagegen betonte Corbyn, er würde als Premierminister auf jeden Fall eine Vereinbarung mit Brüssel treffen.

Der Vorsprung schmilzt

Die britische Premierministerin hatte die Wahlen für den 8. Juni angesetzt, weil ihre Konservative Partei in den Umfragen einen sehr deutlichen Vorsprung vor der Labour-Partei hatte. Der ist inzwischen aber geschmolzen. May erhofft sich eine klare Mehrheit und damit vor allem ein starkes Mandat für die Brexit-Verhandlungen im Londoner Unterhaus. Die formellen Gespräche über den Brexit sollen am 19. Juni beginnen.

Labour-Chef Corbyn setzte in seinem TV-Interview vor allem auf innenpolitische Themen wie Bildung, Erziehung, Gesundheitssystem und Polizei. Nach dem Anschlag in Manchester mit 22 Toten am vergangenen Montag betonte Corbyn auch die Notwendigkeit eines außenpolitischen Wandels.

Parlamentswahlen in Großbritannien Jeremy Corbyn (Picture alliance/AP Photo/S. Rousseau/ Pool Photo)

Labour-Chef Corbyn will bei sozialen Themen punkten

"Wir brauchen eine Außenpolitik weltweit, die es nicht zulässt, dass es große Gebiete ohne effektive Regierung gibt - wie etwa gegenwärtig in Libyen - die zu einem Nährboden für riesige Gefahren für uns alle werden können."

Premierministerin May meinte mit Blick auf das Attentat, es sei wichtig, die Kontrolle über die Einwanderung zurückzugewinnen. Kritik aus dem Publikum bekam sie für die von den Konservativen geplanten Einschnitte bei den Sozialleistungen.

haz/rb (rtr, afp, dpa)

 

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