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Großbritannien

May: Attentäter von Manchester wollte "größtmögliches Blutbad" anrichten

Nach dem Anschlag von Manchester gibt es für die britische Regierungschefin keinen Zweifel, dass es sich um eine Terrorattacke handelte. Und: Ein weiterer Anschlag ist für May sehr wahrscheinlich.

Der Anschlag bei einem Popkonzert im nordenglischen Manchester war nach den Worten der britischen Premierministerin Theresa May einer der schlimmsten terroristischen Angriffe auf das Land. "Es gibt jetzt keinen Zweifel daran, dass die Bevölkerung Manchesters und dieses Landes Opfer eines eiskalten terroristischen Angriffs geworden ist", sagte May in London vor ihrem Dienstsitz Downing Street No. 10 nach einer Krisensitzung ihres Sicherheitskabinetts. 

Der Angreifer von Manchester habe mit "kaltem Kalkül" auf Kinder gezielt, so May weiter. Die Polizei kenne vermutlich seine Identität. May will noch an diesem Dienstag die nordenglische Stadt besuchen. Zudem kündigte sie für den Nachmittag eine weitere Krisensitzung ihres Kabinetts mit Sicherheitsberatern an. Das Bedrohungsszenario bleibe nach dem Anschlag in Manchester gleich. Ein Anschlag sei weiterhin sehr wahrscheinlich, erklärte die Regierungschefin. 

Erste Festnahme

Bei dem Anschlag unmittelbar nach einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande hatte der Attentäter in der Nacht 22 Menschen mit in den Tod gerissen, unter ihnen auch Kinder. Mindestens 59 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schweben laut May noch in Lebensgefahr.

Inzwischen gab es eine erste Festnahme. Die Polizei nahm in einem südlichen Viertel von Manchester einen 23 Jahre alten Mann in Gewahrsam. Näheres wurde bislang nicht mitgeteilt.

Königin Elizabeth II. äußerte sich bestürzt angesichts des Selbstmordanschlags. Die ganze Nation sei über die vielen getöteten und verletzten Menschen schockiert, sagt die Monarchin. "Ich möchte meine Bewunderung dafür ausdrücken, wie die Menschen von Manchester mit Menschlichkeit und Mitgefühl auf diese barbarische Tat reagiert haben". Der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, lud derweil alle Bürger für 18 Uhr Ortszeit (19 Uhr MESZ) zu einem Totengedenken auf dem zentralen Albert Square ein. "Wir trauern heute, aber wir sind stark", erklärte der Labour-Politiker via Twitter.

Ein Polizist mit nachdenklichem Gesicht steht vor der Parkhaus-Einfahrt der Manchester Arena (Foto: Reuters/A. Yates)

Am Tag eins nach dem Terror: Ein Polizist vor der Parkhaus-Einfahrt der Manchester Arena

Die beiden großen Fußball-Vereine aus Manchester zeigten sich schockiert über den Anschlag in ihrer Stadt. ""Wir sind zutiefst bestürzt", teilte der englische Rekordmeister Manchester United via Twitter mit, "unsere Gedanken und Gebete gehen an alle Betroffenen." Lokalrivale City schrieb: "Wir haben mit tiefer Betroffenheit von den schrecklichen Ereignissen an der Arena gehört. Unsere Herzen sind mit all den Betroffenen und den Einsatzkräften."

Die Kirche von England rief zu Gebeten für die Opfer des Anschlags auf. "Wir beten für die Trauernden und Leidenden und für alle, die von Verlust und Schmerz betroffen sind", erklärte der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, auf Twitter: "Heldenhaftes Manchester, das Böse wird es nicht überwältigen." Auch der anglikanische Bischof von Manchester, David Walker, forderte zum Gebet für die Bürger auf. Es sei nicht der erste terroristische Anschlag in der Stadt, "und der jüngste wird uns nicht besiegen", so Walker in einem Tweet.

Erneuter Schock in Manchester: Nach einem lauten Knall flüchten Menschen aus dem Arndale-Einkaufszentrum ins Freie (Foto: Reuters/D. Staples)

Erneuter Schock in Manchester: Nach einem lauten Knall flüchten Menschen aus dem Arndale-Einkaufszentrum ins Freie

Unterdessen kam es zu einem Zwischenfall im Arndale Shopping-Center im Stadtzentrum von Manchester. Dort war ein lauter Knall zu hören, viele Menschen rannten aus dem Gebäude. Das Center wurde vorübergehend evakuiert, ist inzwischen aber wieder geöffnet. Genaueres ist noch nicht bekannt. 

sti/stu (afp, dpa, rtr, epd, sid)

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