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Europa

Mauer gegen Flüchtlinge in Calais ist fertig

Die Küstenstadt an der Straße von Dover wird zur Sackgasse: Wer illegal von Calais nach Großbritannien gelangen will, soll keine Schlupfwinkel mehr finden. Doch eine Bürgermeisterin hatte bis zuletzt dagegen geklagt.

Frankreich Mauer blockiert Weg von Flüchtlingen - Autobahn bei Calais (Getty Images/AFP/P. Huguen)

Vier Meter hoch und beidseitig glatt: Der Wall gegen Migranten

Im nordfranzösischen Calais ist eine Mauer fertiggestellt worden, um das Aufspringen von Flüchtlingen auf fahrende Lastwagen zu verhindern. Das einen Kilometer lange und vier Meter hohe Bollwerk, das mit Videokameras bestückt ist, soll Migranten von der illegalen Flucht auf die Britischen Inseln abhalten. Da die Mauer auf beiden Seiten aus glatten Betonwänden besteht, ist es schwer, sie zu überklettern.

Im September hatte Großbritannien mit dem Bau der 2,7 Millionen Euro teuren Mauer begonnen. Menschenrechtler kritisieren das Projekt. Die Bürgermeisterin von Calais, Natacha Bouchart, versuchte vergeblich, vor dem Verwaltungsgericht einen Baustopp zu erzwingen.

"Dschungel" im Brennpunkt

Calais gehört seit Jahren zu den Brennpunkten der europäischen Flüchtlingskrise. Anfang November mussten die letzten Migranten das als "Dschungel" bekannte Lager verlassen, das sich in der Küstenstadt am Ärmelkanal gebildet hatte. Sie wurden in anderen französischen Regionen untergebracht.

Bis dahin hatten tausende Flüchtlinge in Zelten und selbstgebauten Hütten in Calais gehaust, weil sie von dort nach Großbritannien weiterreisen wollten. Viele von ihnen versuchten, als blinde Passagiere auf Lastwagen oder direkt auf die Züge zu gelangen, die durch den Kanaltunnel fahren. Immer wieder kam es dabei zu tödlichen Unfällen.

Auf Grundlage des Vertrags von Touquet, der 2003 geschlossen wurde, wird die britische Grenze bereits in Nordfrankreich gesichert. Deshalb ließ Großbritannien die Mauer in Calais errichten. Pässe werden im Hafen der Stadt von britischen Beamten geprüft. Umgekehrt kontrollieren französische Beamte auf britischem Boden, ob Reisende in den Schengen-Raum weiterfahren dürfen.

jj/uh (afp, kna)