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Fußball

Matchball für Düsseldorf

Nach 15 Jahren hat Fortuna Düsseldorf gute Chancen auf eine Rückkehr in die Bundesliga. Relegations-Gegner Berlin wirkt vor dem entscheidenden Relegationsspiel angeschlagen. Spannung und Vorfreude sind groß.

Rot-weiße Fähnchen an Fenstern und Balkonen, spürbare Fußball-Euphorie in der Stadt - Düsseldorf fiebert der Partie am Dienstag (15.5.2012, Anstoß 20:30 Uhr) entgegen. Noch vor acht Jahren tingelte die Fortuna in der 4. Liga über die Dörfer, jetzt könnte der Traditionsclub seine endgültige Wiederauferstehung feiern. Doch je überschwänglicher die Vorfreude der Fans, desto kühler reagieren die Spieler und Trainer Norbert Meier. "Es ist noch nicht einmal ansatzweise eine Entscheidung gefallen“, kommentiert Meier den 2:1-Erfolg im Hinspiel. "Ein gutes, aber auch ein gefährliches Ergebnis“, pflichtet ihm Fortuna-Manager Wolf Werner bei. Auch wenn die Verantwortlichen in Düsseldorf die Favoritenrolle weit von sich weisen, spricht einiges für einen Erfolg des Zweitligisten in dieser Relegation. Fortuna scheint das Momentum auf seiner Seite zu haben. Dazu gehört eine funktionierende Mannschaft,  Nervenstärke und etwas Glück, wie beim Eigentor durch Herthas Adrian Ramos im Hinspiel.

Düsseldorfs Johannes van den Bergh (l-r) Trainer Norbert Meier, Thomas Bröker und Maximilian Beister jubeln nach dem 1:1 durch Bröker. Foto: Maurizio Gambarini dpa/lbn

Coach Meier und Bröker bejubeln den 1:1-Ausgleich gegen Hertha BSC im Hinspiel

Unruhe und Abstiegsangst bei Hertha BSC

Während die Düsseldorfer Mühe haben die Euphorie zu bremsen, liegen beim Erstligisten Hertha BSC die Nerven blank. Im öffentlichen Training geriet Christian Lell mit Änis Ben-Hatira aneinander und legte sich anschließend auch mit dem Trainergespann an. Die Rauferei zeige, dass die Mannschaft unter Hochspannung stehe, müht sich Sportdirektor Michael Preetz die Undiszipliniertheit umzudeuten.

Nach dem Spiel: Berlins Aenis-Ben HATIRA klatscht in die Hände. Foto: Annegret Hilse

Ben-Hatira verteilte Kopfnuss an Lell

Coach Otto Rehagel ging nicht weiter darauf ein, sondern richtet den Blick auf die entscheidenden 90 Minuten in Düsseldorf: "Wir dürfen keine Fehler machen und müssen selbst alles richtig machen." Ein Satz, den in der Bundesliga wohl nur Trainer-Oldie Rehagel äußern kann, ohne sich zum Gespött zu machen. Denn das ist leichter gesagt als getan. Schließlich haben die Herthaner auch im Hinspiel ohne Not eine 1:0-Führung verspielt. Schwachpunkte sind das bisweilen katastrophale Abwehrverhalten und die Anfälligkeit bei Standardsituationen. "Wir müssen die Konzentration von der ersten Sekunde an hoch halten“, appelliert Rehagel an seine Profis.

Düsseldorfs Meier will nicht mauern

Vor dem wichtigsten Spiel seit 15 Jahren möchte sich Fortuna-Coach Meier noch nicht in die Karten schauen lassen. Sowohl den Kader als auch die taktische Ausrichtung behält er so lange wie möglich für sich. Nur so viel verrät er: "Eingemauert haben wir uns noch nie. Aber wir dürfen uns auch nicht auf einen offenen Schlagabtausch einlassen.“ An Unterstützung von den Rängen wird es nicht mangeln. Über 50.000 Fans werden ihr Team in der Düsseldorfer Arena anfeuern. Die heißbegehrten Karten für die ausverkaufte Partie werden für hunderte Euro auf dem Schwarzmarkt angeboten. Tausende Fans sind leer ausgegangen. Sie werden die Partie in der Düsseldorfer Altstadt, der sogenannten längsten Theke der Welt, verfolgen. Sollte es mit dem Aufstieg klappen, dürfte es wohl dazu passend auch eine der längsten Nächte geben, die Düsseldorf je erlebt hat.

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