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Deutschland

Massiver Auftragseinbruch im Maschinenbau

Positiveres Geschäftsklima? Von wegen! Die Maschinenbauer in Deutschland beklagen einen dramatischen Auftragsrückgang. Im Mai gingen 48 Prozent weniger Aufträge ein, als im Vorjahresmonat.

Arbeiter schraubt in einer Fabrik (Foto: AP)

Der Maschinenbau in Deutschland muss einen gewaltigen Auftragsrückgang verdauen

Die deutschen Maschinenbauer fürchten weiter sinkende Aufträge. Die Talsohle sei noch nicht erreicht erklärte der Branchenverband Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch (1.7.2009). Im Mai lag der Auftragseingang erneut deutlich unter den Zahlen des Vorjahresmonats: Insgesamt erhielten die Firmen laut VDMA 48 Prozent weniger Aufträge. Im Inland sank die Nachfrage um 42 Prozent, aus dem Ausland um 51 Prozent.

Portrait Hesse (Foto: DPA)

"Der Maschinenbau hängt am Boden wie ein Flugzeug ohne Sprit" sagt Hannes Hesse, der Hauptgeschäftsführer der Branche

Zögerliche Kreditvergabe bremst Firmen

Die Branche sieht in der zögerlichen Kreditvergabe durch die Banken eines der Haupthindernisse auf dem Weg aus der Krise. "Der Maschinenbau hängt am Boden wie ein

Flugzeug ohne Sprit", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA, Hannes Hesse, am Mittwoch. Es könne nicht angehen, dass die Staaten die Märkte mit Geld fluteten und die Banken Liquidität bunkerten. Die fehlenden Mittel bremsen aus seiner Sicht sowohl die Hersteller wie die Kunden bei ihren Investitionen und beim Kauf von Produkten.

Entmutigen lassen sich die Unternehmen trotz der düsteren Zahlen allerdings nicht. "Die Maschinenbauer sind erstaunlich wenig niedergeschlagen", sagt Hesse. Dabei ist die Lage schwierig. Durch Kurzarbeit alleine werde die maue Auftragslage nicht mehr lange aufzufangen sein, warnte Hesse. "Irgendwann geht den Unternehmen das Geld aus."

Fabrikation von Dieselmotoren (Foto: AP)

Der Export im Maschinenbau bricht ein.

Arbeitsplätze sind in Gefahr

Nach letztem Stand sind 158.000 der knapp eine Million Beschäftigten in Kurzarbeit. Von Entlassungen haben die zumeist familiengeführten Maschinenbauer bislang weitgehend abgesehen. "Betriebswirtschaftlich ist das aber kaum mehr zu rechtfertigen", sagte Hesse. Die in der Spitze 60.000 Leiharbeiter und Mitarbeiter mit befristeten Verträgen mussten bereits großteils gehen. Nach Hesses Schätzung wird sich die Beschäftigungslage in den kommenden Monaten noch zuspitzen. "Wenn die Produktion im laufenden Jahr zwischen 15 und 20 Prozent schrumpft, gehen zwischen 50.000 und 60.000 Arbeitsplätze verloren."

Der Maschinen- und Anlagebau ist nach eigenen Angaben der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland, noch vor der Automobilindustrie. Die Branche beschäftigt nach VDMA-Angaben rund 975.000 Mitarbeiter im Inland. Der Maschinen- und Anlagenbau umfasst 5.920 Unternehmen mit einer Durchschnittsgröße von mehr als 154 Beschäftigten. (mbö/mag/dpa/ap/rtr)

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