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Aktuell Welt

Massenproteste gegen Huthis im Jemen

Nach der Machtübernahme der Huthi im Jemen sind Tausende Menschen gegen die schiitische Miliz auf die Straße gegangen. Die USA legen Anti-Terroraktionen in dem arabischen Land auf Eis.

Nach Korrespondentenberichten demonstrierten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa etwa 10.000 Menschen gegen die de-facto-Machtübernahme durch die Aufständischen. "Nieder mit der Huthi-Herrschaft", skandierte die Menge. Es handelte sich um die größte Demonstration gegen die Miliz seit deren Einmarsch in Sanaa Ende September vergangenen Jahres. Bereits am Freitag hatte es Proteste in Sanaa und anderen Regionen Jemens gegen den, wie es hieß, "Huthi-Putsch" gegeben.

Rücktrittsangebote

Der Machtkampf zwischen der sunnitisch dominierten Regierung und der Schiiten-Miliz hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Unter dem Druck der Aufständischen hatten Staatspräsident Abd-Rabbu Mansur Hadi und die Regierung am Donnerstag ihren Rücktritt angeboten. Milizionäre hatten zuvor zentrale Gebäude in Sanaa belagert. Das Parlament will nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Saba voraussichtlich am Sonntag auf einer Krisensitzung über die Rücktrittsgesuche beraten.

Rund 30 Prozent der Jemeniten gehören zur Volksgruppe der Huthi. Die Schiiten fühlen sich in dem ärmsten Land der Arabischen Halbinsel seit langem benachteiligt und fordern mehr politische Mitsprache. Seit ihrem Einmarsch in Sanaa im September kontrolliert die Huthi-Miliz praktisch die Regierungsarbeit.

Huthi-Kämpfer in der jemenitischen Hauptstadt (Foto: Reuters)

Huthi-Kämpfer in der jemenitischen Hauptstadt

USA stoppen Drohnenangriffe

Die USA haben wegen der angespannten Lage im Jemen ihre Attacken auf das Terrornetzwerk "Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel" (AQAP) zumindest vorübergehend gestoppt. Der Einsatz sei regelrecht erstarrt. Es würden vorerst keine Drohnenangriffe mehr gegen die Al-Kaida-Extremisten geflogen, erklärten Regierungsvertreter in Washington. Man wolle sich zunächst ein Bild der veränderten Lage machen. Al Kaida im Jemen ist der mächtigste Regionalverband des Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten hatten sich zu dem Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris bekannt.

Die schiitischen Huthi-Rebellen sind zwar Gegner der sunnitischen Al-Kaida. Sie lehnen aber auch die USA ab. Das wurde am Freitag wieder deutlich, als Tausende ihrer Anhänger sich in Sanaa mit Plakaten versammelten, auf denen "Tod für Amerika, Tod für Israel" stand.

wl/uh (afp, rtre, dpa)