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Politik

Massenproteste gegen die FARC

Millionen Menschen haben in Kolumbien und in aller Welt gegen die Guerillagruppe FARC demonstriert und die Freilassung aller Geiseln gefordert. Kritiker sehen darin Regierungspropaganda.

Demonstrationen in Kolumbien. Quelle: AP

Klare Botschaft in Bogota

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogota gingen nach Polizeiangaben 4,8 Millionen Menschen gegen die linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens FARC auf die Straße. In Medellin im Nordwesten des Landes gaben die Behörden die Teilnehmerzahl mit knapp 500.000 an, auch in Cali im Südwesten gingen laut offiziellen Angaben eine halbe Million Menschen auf die Straße.

"Es reicht"

Proteste auch Montevideo, Uruquay

Proteste auch in Montevideo, Uruquay

Fernsehsender unterbrachen ihre Programme, um die landesweiten Protestmärsche zu übertragen. Die meist in weiße Kleidung gehüllten Demonstranten riefen immer wieder Slogans wie "Nein zur Geiselnahme" oder "FARC, es reicht". "Ich hoffe, die FARC hört zu", sagte die ehemalige Geisel Clara Rojas, die nach fast sechs Jahren in der Gewalt der Revolutionären Streitkräften Kolumbiens im Januar freigelassen worden war. Nach Angaben der Regierung haben die Guerilleros mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt, darunter die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt.

Kolumbien Ingrid Betancourt in FARC Gefangenschaft

Ingrid Betancourt in FARC-Gefangenschaft

Auch in anderen Ländern kam es zu Protestmärschen, darunter Spanien, Frankreich, Italien, Schweden und Ungarn. Insgesamt hatten die Organisatoren Zusagen aus 165 Städten weltweit erhalten. In Madrid beteiligten sich nach kolumbianischen Angaben mehr als 10.000 Menschen an den Protesten. In Venezuela, Panama und Mexiko gingen hunderte Menschen auf die Straße. In Schweden hielten die Demonstranten für eine Schweigeminute inne.

"Verurteilen die Manipulation"

Es war die größte Mobilisation gegen FARC in ihrer Geschichte. Auch die Regierung hatte immer wieder zur Teilnahme an den Veranstaltungen aufgerufen. Kritiker, unter ihnen auch Angehörige von Geiseln, sprachen allerdings von einer Propaganda-Aktion der Regierung in Bogotá. "Wir verurteilen diese Manipulation. Es ist Propaganda und komplett von der Regierung organisiert", sagt Ingrid Betancourt, die Schwester von Astrid Betancourt. Die Veranstalter der Proteste bezeichneten sich selbst als unabhängig - allerdings wurden sie massiv von den Behörden unterstützt, im Ausland organisierten die kolumbianischen Botschaften die Demonstrationen.

Eine FARC-Kämpferin mit gefangen Soldaten (2001)

Eine FARC-Kämpferin mit gefangen Soldaten (2001)

Die FARC halten in Kolumbien zwischen 700 und 1000 Geiseln fest. Die Rebellen wollen etwa 40 Geiseln im Austausch gegen rund 500 FARC-Kämpfer freilassen, die in kolumbianischen Gefängnissen sitzen. (sams)

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