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Aktuell Asien

Massenparade zu Ehren der Partei in Nordkorea

Es war der erste Parteitag seit 36 Jahren in Nordkorea und Machthaber Kim Jong Un hat seine Macht weiter ausgebaut. Jetzt ging der Parteitag mit einer Riesenparade in der Hauptstadt zu Ende.

Nordkorea Parteitag in Pjöngjang - Parade

Rosa-rot war die vorherrschende Farbe des Massenspektakels

Zehntausende Menschen schwenkten Sträuße aus künstlichen Blumen über ihren Köpfen, während Machthaber Kim Jong Un die Parade von einem Balkon oberhalb des riesigen Platzes in Pjöngjang abnahm, der nach seinem Großvater, dem von 1948 bis 1994 regierenden stalinistischen Diktator Nordkoreas, Kim Il Sung, benannt ist.

Die Menschen trugen Banner und Plakate mit Aufschriften wie "Eine starke Nation braucht Atomwaffen und eine starke Armee", "Lang lebe Genosse Kim Jong Un, oberster Führer unserer Partei und unseres Volkes!" oder "Ruhm unserem geliebten Führer!" In das Meer von rosa Papierblumen mischten sich Luftballons verschiedener Farben und rote Parteifahnen. Hunderte Ballons stiegen später zum Himmel auf.

Vor dem Beginn der Parade sprach das protokollarische Staatsoberhaupt, Kim Yong Nam, zur Menge. Der 33-jährige Kim verfolgte von der Ehrentribühne das Spektakel und winkte in die Menge. Er ergriff aber nicht das Wort.

Kim zum Parteivorsitzenden gewählt

Zum Abschluss des ersten viertägigen Kongresses seiner Partei seit 1980 hat Kim seine Position an der Spitze der Organisation zementiert. Dabei war er am Montag zum Parteivorsitzenden gewählt worden. Die Verleihung des neu geschaffenen Titels gilt nach Ansicht von Beobachtern als symbolischer Schritt, mit der der nach Atomwaffen strebende Staat die neue Herrschaftsära unter Kim Jong Un hervorheben will. Kim war als erster Parteisekretär bereits Parteichef. Sein Ende 2011 gestorbener Vater, von dem er auf die Machtübernahme systematisch vorbereitet worden war, trägt den Titel "ewiger Generalsekretär", der Großvater Kim Il Sung den Titel "ewiger Präsident".

Nordkorea Parteitag in Pjöngjang - Parade

Machthaber Kim winkt von der Ehrentribühne aus

Atomwaffenarsenal soll ausgebaut werden

Während des Kongresses hatten die 3400 Delegierten die Politik Kim Jong Uns zum Ausbau des Atomwaffenarsenals gebilligt. Diese Politik verbindet das Streben nach weiteren Atomwaffen "zur Selbstverteidigung" mit wirtschaftlichen Maßnahmen - in Abgrenzung zur "Songun"-Politik von Kims Vater Kim Jong Il, nach der das Militär oberste Priorität hatte. Die Delegierten nickten zudem den Ansatz der Führung ab, Nuklearwaffen nur bei Bedrohung der eigenen Souveränität einzusetzen und die Wiedervereinigung Koreas voranzutreiben. Sollte sich Südkorea allerdings "für einen Krieg entscheiden", werde erbarmungslos gegen die "Anti-Wiedervereinigungskräfte" vorgegangen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA das offiziell angenommene Dokument.

Spannungen mit Südkorea bleiben

Die Spannungen im Atomstreit mit Nordkorea nahmen zuletzt ständig zu. Nach einem neuen nordkoreanischen Nukleartest - dem vierten des Landes - und einem umstrittenen Raketenstart hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen das kommunistische Regime verschärft. Nordkorea hatte angesichts der neuen Sanktionen sowie eines Großmanövers der USA mit Südkorea unter anderem mit atomaren Erstschlägen gegen diese beiden Länder gedroht. In seiner Rede vor dem Kongress hatte Kim mildere Töne angeschlagen. Nordkorea wolle als "verantwortlicher Atomwaffenstaat" die Beziehungen auch zu bisher feindseligen Ländern normalisieren, versicherte er.

as/fab (ape, afpe, rtre)