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Aktuell Asien

Massenpanik bei Hindu-Fest

Eine Massenpanik hat das größte Hindu-Fest in Indien überschattet. Mehr als 30 Menschen starben im Gedränge auf einem Bahnhof am Rande der "Maha Kumbh Mela", der größten religiösen Veranstaltung der Welt.

Beim weltgrößten religiösen Fest am "heiligen Fluss" Ganges in Nordindien sind bei einer Massenpanik mehr als 30 Menschen getötet worden. Wie die örtlichen Behörden mitteilten, wurden die Pilger an einem Bahnhof der Stadt Allahabad nahe des Kumbh-Mela-Fests totgetrampelt. Nach Polizeiangaben und Fernsehberichten erlitten dutzende Menschen schwere Verletzungen.

Den Behörden zufolge gab das Geländer einer Fußgängerbrücke unter dem Druck von Menschen nach, die sich darauf niederließen.

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Kaltes Bad fürs Glück

Augenzeugen berichteten indes, die Polizei habe mit Schlagstöcken auf die Menge eingeknüppelt. Angehörige der Opfer machten die Polizisten für die Panik verantwortlich. Andere erklärten, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte seien Stunden vergangen. Regierungschef Manmohan Singh erklärte sich "zutiefst geschockt über den bedauerlichen Vorfall".

Rituelles Bad im Ganges

Das insgesamt 55 Tage dauernde Hindu-Fest Maha Kumbh Mela (Fest des Kruges) erreichte an diesem Sonntag seinen Höhepunkt. Bis zum Abend wurden rund 30 Millionen Menschen in Allahabad im Norden Indiens erwartet, einer Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern.

Das Hindu-Fest findet nur alle zwölf Jahre am Zusammenfluss des den Hindus heiligen Ganges mit dem Yamuna und dem nur in der Mythologie existierenden Strom Saraswati statt. Die genauen Daten werden von Astrologen anhand der Positionen von Sonne, Mond und Jupiter bestimmt. Zu dem Fest, das dieses Mal bis zum 10. März dauert, erwarten die Organisatoren insgesamt 100 Millionen Menschen. Die Gläubigen wollen sich durch ein Bad im Ganges von Sünden reinigen und aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten befreien.

Pontonbrücken am Ganges für die Massen der Badenden (Foto: Reuters)

Pontonbrücken am Ganges für die Massen der Badenden

In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Massenpaniken mit Toten. Diesmal sind 25.000 Polizisten, 17.000 Paramilitärs und 10.000 Freiwillige im Einsatz, um die Menschenmassen durch das sandige Flussbett zu leiten. Gläubige dürfen nur wenige Minuten verweilen, ehe sie das Ufer wieder verlassen müssen.

Viele überqueren den Fluss auch auf einer der 18 Pontonbrücken oder fahren mit einem Holzboot in die Flussmitte, wo sich die Flüsse vereinigen. Angeführt werden die badenden Menschenmassen von tausenden geheiligten Männern - Sadhus mit nichts als verriebener Asche auf der Haut sowie Swamis und Gurus in wallenden farbigen Gewändern.

wl/GD/pg (dpa, afp, ap)

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