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Migration

Massengrab Mittelmeer

In diesem Jahr sind nach Angaben des UNHCR im Mittelmeer so viele Menschen ertrunken wie noch nie. Erst gestern kenterten wieder zwei Schlauchboote vor der italienischen Küste.

Mittelmeer Flüchtlingsboot (Getty Images/AFP/A. Solaro)

November 2016 vor der libyschen Küste: Diese Menschen konnten noch rechtzeitig vom italienischen Roten Kreuz gerettet werden. Mindestens 110 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben

2016 sind mehr als 5.000 Migranten auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken - mehr als je zuvor. Das berichtet die UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR). 2015 kamen demnach  3.771 Flüchtlinge bei ihrer Fahrt nach Südeuropa ums Leben.

Allein am Donnerstag ertranken vermutlich rund 100 Menschen, als zwei Schlauchboote unabhängig voneinander kenterten, wie die italienische Küstenwache berichtet. Die 63 Überlebenden eines Schlauchboots gaben demnach an, dass ursprünglich zwischen 120 und 140 Menschen an Bord gewesen seien. Von dem zweiten gekenterten Schlauchboot wurden rund 80 Menschen gerettet, geschätzte 40 weitere werden vermisst. "Die See ist rau und das Wetter ist winterlich. Wenn ein Boot untergeht, hat man keine lange Überlebenszeit",  sagte John Millman, Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM).

Mit den beiden Bootsunglücken steige die Zahl der Ertrunkenen im Mittelmeer in diesem Jahr auf 5.000, so Millman bei einer Pressekonferenz in Genf.  "Das ist die schlimmste Todesrate, die wir je erlebt haben", kommentierte UNHCR-Sprecher William Spindler. Die Todesfälle seien dieses Jahr deutlich angestiegen, weil Menschenschmuggler Boote von schlechter Qualität benutzten, so Spindler. Auch seien oft mehrere Boote gleichzeitig losgeschickt worden, und die Wetterbedingungen besonders schlecht gewesen.

Laut der IOM-Statistik Missing Migrants kamen in diesem Jahr weltweit 7.274 Menschen auf der Flucht ums Leben.

lf/cr (dpa, ap, reuters)

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