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Aktuell Nahost

Massenflucht von Syrern in den Norden des Irak

Bis zu 30.000 Menschen sind laut UN-Flüchtlingswerk allein in den vergangenen Tagen in den Irak geflohen. Das Deutsche Rote Kreuz verstärkt unterdessen seine Hilfe für die Syrer im Land wie auch in den Nachbarstaaten.

Nichts zu essen, zu trinken und kein Strom, weil die Infrastruktur zusammengebrochen ist. Wer kann, flieht vor diesem Leben im Ausnahmezustand in Syrien. Die meisten Flüchtlinge kommen aus den besonders hart umkämpften Gebieten im Norden des Landes rund um die Stadt Aleppo.

Nicht genug Platz

"Es ist eine so massive Bewegung der Menschen - eine der größten seit Beginn des Aufstandes vor zwei Jahren", sagte der Sprecher des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR), Dan McNorton. Der Rekord innerhalb von 24 Stunden habe bei bis zu 9000 Personen gelegen, die die Grenze in den Irak überquerten. Bis zum vergangenen Donnerstag hatten sich nach Angaben des UN-Flüchtlingswerk bereits 154.000 syrische Flüchtlinge im Irak registrieren lassen.

Einige der Übergangslager auf irakischer Seite seien komplett überfüllt, berichtet die UN-Organisation. Das Anfang des Jahres errichtete Flüchtlingslager Domiz nahe der nordirakischen Stadt Dohuk platze aus allen Nähten. Dort haben bereits 55.000 Menschen Zuflucht gesucht - ausgelegt ist es nach UNHCR-Angaben jedoch nur für 15.000 Personen.

Die kurdische Regionalregierung im Norden des Irak habe weitere 4000 Flüchtlinge in einer Schule untergebracht, andere seien bei Verwandten oder in Moscheen untergebracht.

DRK: Inzwischen 4,25 Millionen Syrer vertrieben

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verstärkt derweil seinen Einsatz für die Not leidende Bevölkerung in Syrien. Das Auswärtige Amt hat dem DRK nach einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" 11,7 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Damit solle die Versorgung von Flüchtlingen in Syrien und den Nachbarländern verbessert werden. Insgesamt hat die Bundesregierung für die Syrien-Hilfe bislang etwa 190 Millionen Euro bereitgestellt.

DRK-Präsident Rudolf Seiters sagte der Zeitung, die Lage in Syrien habe sich in den vergangenen sechs Monaten dramatisch verschlechtert: "Das Gesundheitssystem bricht zusammen." 50 Prozent der Ärzte und Schwestern seien entweder umgebracht worden oder geflohen. In Städten wie Aleppo und Homs existierten im Gesundheitswesen nur noch 20 Prozent der Kapazitäten, die es vor dem Konflikt gegeben habe.

Immer mehr Häuser und Kliniken würden zerstört. Bei vielen Menschen seien die Ersparnisse inzwischen aufgebraucht. "Wir gehen davon aus, dass mittlerweile 4,25 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben sind", erklärte Seiters. Bisher hat das DRK nach eigenen Angaben bereits sieben Millionen Euro für die Unterstützung der Flüchtlinge verwendet. Die Hilfsorganisation ist nach Seiters Worten weiter dringend auf Spenden angewiesen.

sti/nis/kle (rtr, ap, kna, afp epd)

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