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Kultur

Massenflucht in chinesischer Stadt aus Angst vor Flutwelle

Wegen eines drohenden Dammbruchs im Erdbebengebiet ist die Stadt Beichuan evakuiert worden. Tausende Menschen flüchteten in höher gelegene Gebiete.

Menschen fliehen aus Beichuan aus Angst vor einer Flutwelle (Quelle: dpa)

Menschen fliehen aus Beichuan aus Angst vor einer Flutwelle

Wegen der Gefahr eines Dammbruchs im Erdbebengebiet in Südwestchina ist am Samstag die Stadt Beichuan evakuiert worden. Die Bergungstrupps und Tausende Menschen flüchteten eiligst in höher gelegene Gebiete, berichtete die ARD-Korrespondentin Ariane Reimers, die mit zwei Kollegen in der Stadt ist und selber auf der Flucht vor einer möglichen Flutwelle war.

Kurz zuvor hatten Soldaten der Bergungstruppen laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, der Wasserstand steige, und der Damm könne "jederzeit brechen". Es müsse evakuiert werden. Von welchem Damm sie sprachen, und wie groß die Gefahrenzone war, ging aus der Meldung nicht hervor.

Bei dem Erdbeben am Montag hatte oberhalb von Beichuan ein Erdrutsch einen Fluss blockiert, so dass sich ein See herausbildete. Experten waren bereits zu diesem natürlichen Damm aus Geröll, Felsen und Erde gefahren, um die Gefahr einschätzen zu können. Die Behörden hatten auch das Wasser aus dem Fluss, der an Beichuan vorbeifließt, abgelassen, möglicherweise um Platz für eine Flutwelle zu schaffen.

Deutscher Tourist "unversehrt"

Ein deutscher Tourist, der fünf Tage nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas von Soldaten gefunden wurde, hat die Katastrophe völlig unbeschadet überstanden. Chinas staatliche Medien korrigierten am Samstagnachmittag eine Meldung, derzufolge der 62-jährige Bogdan Brakus 114 Stunden nach der Katastrophe aus Schutt und Trümmern geborgen worden war. Vielmehr habe der 62-jährige Reiseleiter unverletzt in einem entlegenen Dorf im Bezirk Wenchuan ausgeharrt, bis Soldaten der chinesischen Armee ihn, seinen Fahrer und seinen Übersetzer in Sicherheit gebracht hätten, meldete Xinhua.

"Mir geht es gut, mir fehlt nichts", sagte Brakus gegenüber Xinhua. Dem Bericht zufolge war der professionelle Bergführer mit einem Übersetzer und einem Fahrer auf einer Straße im Bezirk Wenchuan unterwegs, als das Erdbeben begann. Das Trio habe sich bis in ein Dorf durchgeschlagen, wo sie fünf Tage lang mit Wasser und Nahrung versorgt worden seien. Von dort wurden sie schließlich am Samstag von Soldaten gerettet, wie Xinhua berichtete.

Eine Sprecherin des Außenministeriums in Berlin sagte, der Fall des Deutschen sei dem Auswärtigen Amt bekannt. Der Mann habe sich am Samstagmorgen bei den deutschen Stellen mit dem Hinweise gemeldet, er sei unversehrt. Die deutschen Vertretungen in China gingen weiterhin dem Schicksal "einiger weniger" im Erdbebengebiet vermisster Deutscher nach, fügte sie hinzu.

Schäden an Atomanlagen

Bei dem schweren Erdbeben in China hat es nach Angaben der französischen Atomaufsicht auch leichte Schäden an einigen Atomanlagen in der Region gegeben. Radioaktivität sei aber offenbar nicht frei geworden. Die chinesischen Behörden hätten schnell reagiert und sofort alle Atomanlagen in der Region abgeschaltet, um sie zu kontrollieren, sagte am Freitag Thierry Charles, der für Sicherheitsfragen zuständige Direktor der französischen Atomaufsicht. China betreibt den Angaben zufolge in der Provinz Sichuan einen Forschungsreaktor, zwei Brennstofffabriken und zwei Anlagen zum Bau von Atomwaffen. Alle Betriebe lagen zwischen 70 und 150 Kilometer vom Epizentrum entfernt.

Das heftige Beben in der Provinz Sichuan vom Montag hatte eine Stärke von 7,9 erreicht. Die bestätigte Zahl der Todesopfer lag am Freitag bei mehr als 22.000, doch galten mindestens 14.000 Menschen noch als verschüttet. Daher wird mit etwa 50.000 Toten gerechnet. (stl)

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