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Aktuell Afrika

Massenflucht aus Mali hält an

Das UN-Flüchtlingshilfswerk warnt vor einer humanitären Katastrophe und fordert, dass die Hilfe massiv aufgestockt wird.

320.000 Menschen aus Mali sind auf der Flucht aus Angst vor politischer Instabilität nach dem Militärputsch Ende März und vor der unsicheren Situation vor allem im Norden des Landes. Das UN-Flüchtlingshilfswerk erklärte, die Hilfe für die Flüchtlinge müsse aufgestockt werden, sonst würde sich die Lage dramatisch verschlechtern.

Viele Männer, Frauen und Kinder seien unterernährt, zudem verschärfe eine schwere Dürre in der gesamten Sahelzone die Situation. Zuletzt hatte die Organisation zu Spenden von insgesamt 123 Millionen Euro aufgerufen.

Geflohene Frauen (Foto: Carola Frentzen)

Über 170.000 Flüchtlinge aus Mali sind ins Ausland gegangen, wie hier in ein Flüchtlingslager in Niger.

Zwei denkbare Optionen

Nach dem Militärputsch Ende März ist die politische Situation in Mali unklar. Rebellierende Tuareg nutzten das Machtvakuum nach dem Staatsstreich, eroberten die Kontrolle über den Norden Malis und erklärten das Gebiet für unabhängig. In der international nicht anerkannten, "Azawad" genannten Region kämpfen die Tuareg gegen mehrere islamische Fraktionen, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden sind.

Der Weltsicherheitsrat lehnt es derzeit ab, einer für Mali geplanten Eingreiftruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ein UN-Mandat zu erteilen, bevor nicht weitere Einzelheiten des Einsatzes offengelegt werden. Zwei Optionen wären dafür denkbar: Ein Einsatz im Süden zur Stabilisierung der Übergangsregierung oder ein Einmarsch im Norden, um dort den Einfluss von Rebellen und Islamisten zu brechen.

fab/gb (kna, epd)