Massenentlassungen nach Streiks in Textilfabriken | Aktuell Asien | DW | 27.12.2016
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Bangladesch

Massenentlassungen nach Streiks in Textilfabriken

In mehreren Textilfabriken Bangladeschs sind nach Polizeiangaben mindestens 1500 Arbeiter nach einem Streik entlassen worden. Die Fabriken liefern Waren für westliche Modemarken wie unter anderem H&M und Zara.

Gewerkschaften hingegen sprachen sogar von bis zu 3500 Kündigungen. Die Polizei stufte die Arbeitsniederlegungen als illegal ein und nahm 30 Arbeiter und Gewerkschaftsvertreter fest, ebenso wie einen Fernsehreporter, der über die Ereignisse berichtete. Dutzende Anführer der Proteste müssten sich nun verstecken, sagte ein Gewerkschaftsvertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Die Textilarbeiter in Ashulia, einem Vorort der Hauptstadt Dhaka, hatten zunächst aus Protest gegen die Entlassung der Kollegen gestreikt, dann aber auch deutlich mehr Lohn gefordert. Zurzeit verdient ein Textilarbeiter umgerechnet monatlich rund 60 Euro. Die Gewerkschaften fordern eine Verdreifachung auf rund 180 Euro.

Wirtschaftliches Rückgrat

In Ashulia wird unter anderem für die Modemarken Gap, Zara und H&M genäht. Dort mussten angesichts des Streiks vorübergehend mehrere Fabriken ihren Betrieb einstellen. Laut Polizei sind die Arbeiten dort inzwischen aber wieder angelaufen. Nach Gewerkschaftsangaben seien die Fabriken die Existenzgrundlage für rund 200.000 Arbeiter in der Region.

In Bangladeschs Textilfabriken arbeiten menschen unter härtesten Bedingungen für wenig Geld (picture-alliance/dpa)

In Bangladeschs Textilfabriken arbeiten Menschen unter härtesten Bedingungen für wenig Geld

Die Textilbranche in Bangladesch steht immer wieder wegen der schlechten Bezahlung der Angestellten und der gefährlichen Arbeitsbedingungen in der Kritik. Die Arbeiter dort zählen zu den am schlechtesten bezahlten der Welt. Für das südasiatische Land ist die Branche das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Rund 80 Prozent der Exporterlöse werden mit der Fertigung von Textilien erwirtschaftet. Eine Unterbrechung der Produktion hat sofortige Auswirkungen auf die Gesamtökonomie des Landes.

cgn/SC (afp, afpe, Spiegel)

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