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Aktuell Europa

Massenansturm von Flüchtlingen auf Ceuta

Mindestens 119 Menschen ist von Marokko aus die Flucht in die spanische Exklave Ceuta gelungen. Zehntausende weitere Menschen warten ungeachtet der damit verbundenen Lebensgefahr auf eine Gelegenheit, es ihnen nachzutun.

Eine Gruppe von Migranten jubelt nach ihrem erfolgreichen Eindringen nach Ceuta (Foto: dpa)

Eine Gruppe von Migranten jubelt nach ihrem erfolgreichen Eindringen nach Ceuta

Beim ersten Massenansturm in diesem Jahr auf Ceuta sind mindestens 119 Flüchtlinge in die spanische Nordafrika-Exklave gelangt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe unter Berufung auf die Behörden berichtete, hatten insgesamt rund 250 Afrikaner versucht, einzudringen.

Nach offiziellen Angaben nutzten die Flüchtlinge - vorwiegend Männer - den ungewöhnlich flachen Wasserstand während der Ebbe und überwanden einen Wellenbrecher, der normalerweise nicht erreichbar ist. So gelangten sie am Grenzübergang Benzú nach Ceuta.

"Wir kümmern uns am Strand um sie", sagte ein Sprecher der örtlichen Regierung. Die Schutzsuchenden sollten anschließend in ein Zentrum für vorübergehende Aufenthalte gebracht werden.

Der letzte erfolgreiche Massenansturm auf Ceuta war im Dezember registriert worden. Damals hatten 185 Menschen spanisches Gebiet erreicht. Die marokkanischen Behörden griffen zudem über hundert Menschen auf, die versuchten, in die spanische Exklave zu schwimmen, und entdeckten zwei Leichen im Meer.

Blick über die Stadt und den Hafen von Ceuta (Foto: dpa)

Blick über die Stadt und den Hafen von Ceuta

Anfang Januar scheiterte dann eine Aktion von rund 250 Afrikanern. Aufgrund der schnellen Reaktion der Sicherheitskräfte konnte kein einziger von ihnen die Grenzabsperrungen überwinden.

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla.

Immer wieder versuchen Migranten, wie hier im Februar 2015, über die Absperranlage zu gelangen (Foto: dpa)

Immer wieder versuchen Migranten, wie hier im Februar 2015, über die Absperranlage zu gelangen

In der Nähe der beiden Gebiete harren Zehntausende notleidende Afrikaner vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara auf eine Gelegenheit, in die EU zu gelangen. Diesen Afrikanern haben sich nach Angaben aus Marokko seit Anfang 2015 immer mehr Flüchtlinge aus Syrien zugesellt.

stu/qu (afp, dpa)

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