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Filme

Massenandrang für "Homeland"- Casting

Rund 1500 Menschen strömten in den Berliner Stadtteil Kreuzberg, ein Casting für Statistenrollen im Fernsehen war angesagt. Ihr Ziel: Komparse in der erfolgreichen amerikanischen TV-Serie Homeland zu werden.

Stundenlang harrten sie aus. Und nahmen geduldig eine mehrere hundert Meter lange Schlange in Kauf, die vom Veranstaltungsort Theater Aufbau in Berlin-Kreuzberg bis zum Ausgang der U-Bahnstation Moritzplatz reichte. Über Tausend Menschen waren am Samstag (24.052015) dem Aufruf der Berliner Agentur "Filmgesichter" gefolgt, um sich für ein Casting als Statist in der berühmten amerikanischen TV-Serie "Homeland" zu bewerben.

Offiziell hieß es auf den Seiten der Berliner Casting-Agentur "Filmgesichter", es ginge um "Dreharbeiten einer internationalen TV-Serie". Inoffiziell hatte sich längst herumgesprochen, dass es sich um die erfolgreiche US-Serie "Homeland" handeln soll. Produziert wird ab Juni in Deutschland, gedreht unter anderem im Studio Babelsberg (Foto) und im Umland von Berlin-Brandenburg.

Filmstadt Babelsberg Kulisse der Berliner Straße Abriss

"Homeland" soll in Babelsberg gedreht werden, dann werden hier in den Studios wieder neue Filmkulissen aufgebaut

Die Fernsehproduzenten der Serie hielten Ausschau nach rund 1000 Berliner Statisten verschiedener Nationalitäten: zwischen sechs bis 80 Jahren sollten sie sein. Bevorzugt gesucht wurden laut Agentur arabische, türkische, persische, nordafrikanische, syrische, südeuropäische und aus dem Mittleren Osten stammende Frauen, Männer und auch Kinder. Im multikulturellen Berlin mit seinen vielen Nationalitäten kein Problem.

Menschen mit Migrationshintergrund bevorzugt

Bewerber David Studniberg war über eine Meldung in der Zeitung auf das Casting gestoßen und neugierig geworden. Grosse Chancen genommen zu werden, malte er sich allerdings nicht aus: "Es gab viele Menschen, die viel mehr als ich dem fernöstlichen, syrischem oder türkischem Hintergrund entsprechen." Egal ob er für dieses Casting genommen wird oder nicht - seine Daten werden in eine Datenbank eingespeist. Wenn er Glück hat, klappt es für eine andere TV-Produktion.

Alle Statisten-Anwärter mussten erstmal Komparsenbögen ausfüllen und Fotos machen lassen. In den kommenden Wochen und Monaten werden diejenigen, die genommen wurden, schnellstens informiert, damit die nervenaufreibende Warterei ein Ende hat. Es winken immerhin 85 Euro pro Drehtag.

Grosse Schauspielkunst ist nicht nötig

Die 20-jährige Nada Al-Samad hatte von einem Freund von dem Casting gehört und sich spontan beworben: "Ich gehe da einfach mit Spaß dran und versuche, ich selbst bei dem Casting zu bleiben. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt." Von der amerikanischen TV-Serie "Homeland" hatte sie zwar schon mal gehört, sagt sie. Aber bisher hat sie nur ganz wenige Folgen davon gesehen.

Die US-Amerikanerin Emma-Thomson-Steckel ist ein Fan der TV-Serie und kennt auch die Schauspieler. Sie war ganz aufgeregt, als sie hörte, daß in Berlin ein Casting stattfindet: "Ich bewundere die Hauptdarstellerin Claire Danes. Wenn ich die Chance hätte, in der gleichen Serie mitzuspielen wie sie, wäre das toll!"

Israelische TV-Serie als Vorbild

Die Geschichte der erfolgreichen US-Serie, inzwischen mit Golden Globe und dem Emmy Award ausgezeichnet, basiert auf der israelischen Serie "Haturfim - in der Hand des Feindes". Ein fiktiver "Krieg gegen den Terror" bildet die Rahmenhandlung der US-Version "Homeland". Im Zentrum steht CIA-Agentin Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes), die sich bei ihren Vorgesetzten durch ihre unkonventionellen Ermittlungsmethoden öfters unbeliebt macht.

Alex Gansa, Produzent der preisgekrönten Serie, ließ bereits einige Details über die fünfte Staffel verlauten. So soll Carrie Mathison laut Drehbuch der CIA nach beruflichen und privaten Rückschlägen den Rücken kehren. Mit ihrer Tochter Frannie lebt sie nun in Berlin und arbeitet für eine private Sicherheitsfirma. Deshalb wird auch in Berlin gedreht.

Erste US-Staffel komplett in Deutschland

"Homeland" ist die erste US-Serie, deren gesamte Staffel komplett in Deutschland hergestellt wird. Dass die Wahl der US-Produktionsfirma "Fox 21" dabei auf die deutsche Hauptstadt fiel, wundert Kirsten Niehuus vom Medienboard Berlin-Brandenburg nicht: "In keiner Stadt ist das Umfeld von Spionage und Geheimdiensten so verankert wie hier."

Filmstadt Berlin Inglourious Basterds

Professionelle Filmstadt Berlin: Dreharbeiten zum US-Kinofilm "Inglourious Basterds"

Außerdem punktete Berlin mit sehr guter Infrastruktur und seiner Vielzahl an gut ausgebildeten Filmteams. Studio Babelsberg habe schon mit seiner erfolgreichen Mitarbeit an aufwendigen Hollywood-Filmen wie "Grand Budapest Hotel" und "Inglourious Basterds" gezeigt, dass man es hier mit den professionellen US-amerikanischen Produktionsstandards aufnehmen könne.

Anfangs hatte es Überlegungen gegeben, die Serie in der kroatischen Hauptstadt Zagreb zu drehen. Doch Berlin habe die amerikanischen Produzenten mit seinen Standortvorteilen überzeugt, so Niehuus vom Medienboard. "Für Berlin bedeutet das ein enormes Standortmarketing und viele neue Arbeitsplätze. Es ist ein wirkliches Geschenk", fügt sie hinzu.

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