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Aktuell Nahost

Massakervorwürfe gegen schiitische Milizen

Schwere Anschuldigungen gegen schiitische Milizen im Irak: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft den Kämpfern, die der irakischen Regierung unterstehen, die Tötung von sunnitischen Zivilisten vor.

Schiitische Milizen kämpfen auf Seiten der irakischen Regierung Foto: Getty Images

Schiitische Kämpfer bei Basra (Artikelbild)

In der Stadt Al-Mukdadija seien in den vergangenen Wochen mehrere Bewohner von den Kämpfern entführt und getötet worden. Außerdem seien Häuser, Geschäfte und Moscheen der sunnitischen Minderheit angegriffen worden, teilte Human Rights Watch (HRW) mit.

Tötungen von Zivilisten und ungerechtfertigte Zerstörungen von Privateigentum in bewaffneten Konflikten seien ernste Verletzungen des internationalen Menschenrechts" und könnten Kriegsverbrechen sein, erklärte Joe Stork, stellvertreternder Nahost-Direktor der Organisation.

In Al-Mukdadija waren vor drei Wochen bei einem Anschlag der sunnitischen Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) mindestens 25 Menschen getötet worden. Laut Human Rights Watch hatte der Islamische Staat eigenen Angaben zufolge die Milizen treffen wollen. Die nunmehrige Gewalt gegen die Zivilisten sei eine Reaktion auf das Attentat. Die umstrittenen Schiitenmilizen kämpfen an der Seite der Regierung in Bagdad und sind dieser formal unterstellt. Wiederholt wurde ihnen vorgeworfen, ihre Position für konfessionelle Gewalt gegen Sunniten auszunutzen. Die Menschenrechtsorganisation forderte die Verbündeten des Iraks auf, darauf zu bestehen, dass die irakische Regierung diesem tödlichen Machtmissbrauch ein Ende setzt.

Verbündete gegen den IS

Schiiten-Milizen sahen sich in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Anschuldigungen konfrontiert, im Kampf gegen den IS schwere Verbrechen wie Massenhinrichtungen, Entführungen und mutwillige Zerstörungen begangen zu haben. Die Regierung in Bagdad setzt seit 2014 auf die Hilfe der Milizen im Kampf gegen den sunnitischen IS, der weite Gebiete nördlich und westlich der irakischen Hauptstadt kontrolliert.

cgn/jj (afp, dpa)