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Aktuell Afrika

Massaker im Südosten Kenias

Mindestens 48 Todesopfer: Das ist die Bilanz eines neu aufgeflammten Streits zwischen zwei verfeindeten Volksgruppen. Es geht um den Zugang zu Weideland und Wasser.

Karte Kenia (DW-Grafik)

22.08.2012 DW Online Karussell Karte Kenia deu

Der Vize-Polizeichef der Region, Joseph Kitur, sprach von unvorstellbaren Grausamkeiten, die sich in einem Dorf im ländlichen Bezirk Tana River im Südosten Kenias ereignet haben. Nach seinen Worten überfielen in der Nacht zum Mittwoch mit Macheten bewaffnete Männer der Volksgruppe der Pokomo das Dorf der mit ihnen verfeindeten Gruppe der Orma. Der Überfall ereignete sich im küstennahen Reketa-Gebiet, etwa 300 Kilometer von der Hauptstadt Nairobi entfernt. 34 Bewohner wurden erschlagen, 14 Bewohner bei lebendigem Leib verbrannt, wie Kitur weiter mitteilte. Unter den mindestens 48 Todesopfern sind 31 Frauen und elf Kinder.

Racheakt?

Behördenvertreter Danson Mungatana vermutete einen Racheakt. Vor zehn Tagen hatten Orma-Männer drei Pokomo-Angehörige getötet. Seit einem Konflikt 2001 gibt es zwischen den beiden Volksgruppen immer wieder Streit um das Weideland am Fluss Tana und den Zugang zum Wasser.

Die Orma sind Muslime und halbnomadische Viehzüchter. Die christlichen Pokomo sind Bauern und Fischer.

Es handelte sich um den gewalttätigsten ethnischen Zwischenfall in Kenia seit 2007. Damals war das ostafrikanische Land nach der Parlamentswahl von schweren Unruhen erschüttert worden, in deren Verlauf 1200 Menschen getötet und 600.000 Einwohner zu Flüchtlingen wurden.

se/qu (afp, dpa, rtr)