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Politik

Massaker bei Hochzeit in der Türkei

Bei einer Schießerei auf einem Hochzeitsfest im Südosten der Türkei sind 44 Menschen getötet worden. Vier maskierte Bewaffnete hätten das Feuer auf die Festgesellschaft eröffnet, berichten lokale Medien.

Panoramabild der türkischen Ortschaft Bilge(Foto: AP)

Die Bluttat ereignete sich in Bilge im Südosten der Türkei

Mindestens 17 Menschen seien verletzt worden, heißt es in Berichten türkischer TV-Sender. Diese berufen sich auf das Büro des Gouverneurs in der Provinz Mardin. Die maskierten Männer seien mit Handgranaten bewaffnet aus unterschiedlichen Richtungen auf den Dorfplatz der Ortschaft Bilge gestürmt, auf dem die religiöse Zeremonie für das Hochzeitspaar abgehalten worden sei. Anschließend seien die Angreifer in einige Häuser eingedrungen und hätten dort weiter geschossen.

Unter den Toten sind vor allem Frauen und Kinder

Nach Angaben von Sicherheitskräften sind viele Frauen und Kinder unter den Todesopfern. Ein örtlicher Beamter sagte unter Berufung auf die Aussage einer 19-jährigen Überlebenden, die Täter hätten vor allem Frauen und Kinder in einen Raum gedrängt und diese dort mit einem Kugelhagel überzogen. In Krankenwagen wurden die Leichen und Verletzten in die nahe gelegene Provinzhauptstadt Mardin gebracht. Fernsehbilder zeigten vor dem dortigen Krankenhaus verzweifelte Angehörige.

Türkischer Ministerpräsident Erdogan vor vielen türkischen Fahnen (Foto: AP)

Der türkische Ministerpäsident Erdogan will noch an diesem Dienstag zum Unglücksort reisen

Soldaten sperrten Bilge ab. Die Polizei hat inzwischen mehrere Verdächtige festgenommen. Auch die Waffen der mutmaßlichen Täter seien sichergestellt worden, sagte Innenminister Besir Atalay nach Fernsehberichten.

Regierung schließt Terroranschlag aus

Atalay schloss einen Terrorangriff aus. Es gebe eine "hohe Wahrscheinlichkeit", dass ein Streit zwischen Familien das Massaker ausgelöst habe. In der Region kommt es immer wieder zu Blutfehden zwischen verfeindeten Familien, die manchmal über Jahre oder gar Jahrzehnte ausgetragen werden.

Präsident Abdullah Gül zeigte sich entsetzt darüber, dass Begriffe wie Tradition und Blutfehde in der Türkei immer noch wichtiger zu sein schienen als Menschenleben. Ministerpräsident Recept Tayyip Erdogan sagte, dass keine Bräöuche und keine Sitten als Entschuldigung für das Massaker herhalten könnten. (as/gri/dpa/ap/afp/rtr)

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