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Maske

Die Idee, sein Gesicht hinter einer Maske zu verbergen, ist alt. Und egal, ob für Kulthandlungen, Jagd, Kunst oder zu Karneval – die Einsatzzwecke sind vielfältig. Nicht zu vergessen natürlich: der Banküberfall.

Die Mitternacht ist von jeher etwas Besonderes, Geheimnisvolles und Unheimliches gewesen. Die Geisterstunde, in der Wirkliches und Unwirkliches miteinander verschmelzen. Die Stunde, in der die Tiere sprechen können. Die Stunde der Wahrheit auch bei ganz bestimmten Anlässen, zum Beispiel während eines Balles, eines Maskenballes.

Ungeschriebene Gesetze und Traditionen

Um Mitternacht war es bei Maskenbällen üblich, die Maske abzulegen. Wir stellen Ihnen heute die Maske vor. Im Stichwort. Die Maske also, die dem Tanzpartner das Gesicht des jeweils anderen verborgen gehalten hatte, musste fallen. Ungeschriebenes Gesetz. Der Tanzpartner konnte bei Weigerung sogar auf sein Recht pochen. Natürlich ist mitunter die Überraschung groß, wenn jemand die Maske fallen lässt und sein wirkliches Gesicht zeigt. "Das wahre Gesicht zeigen", entspräche der übertragenen Bedeutung von der abgelegten Maske.

Masken und Maskenbälle haben Tradition. Masken gibt es bei allen Völkern, in allen Kulturen, und es gab sie zu allen Zeiten. Schon in der altsteinzeitlichen Kunst gibt es Darstellungen von Menschen mit Tiermasken. Das mögen Schamanen gewesen sein, Teilnehmer an Kulthandlungen oder auch Jäger, die sich gewissermaßen in Verkleidung an das Jagdwild anschlichen.

Kunst in der Maske

"Maske" heißt "Verkleidung", "Unkenntlichmachen". Aus ganz verschiedenen Gründen. "Maske" bedeutet aber auch "Bewahren", zum Beispiel das Abnehmen der Totenmaske, die Malern und Bildhauern gewissermaßen als Modell diente, um den verstorbenen Menschen im Abbild unsterblich zu machen. Weshalb aber benutzen die Lebenden, die weder Schamanen noch Jäger sind, Masken? Oder anders gefragt: Warum maskiert man sich? Weil man für kurze Zeit eine andere, ein anderer sein will oder sein muss.

Dann nämlich, wenn man den Beruf des Schauspielers beziehungsweise der Schauspielerin ausübt. Da wird in der Maske, so heißt das beim Theater, aus einer blutjungen Schauspielerin eine steinalte Frau, wenn's denn sein muss; und der exaltierte Schönling muss sich auch mal potthässlich schminken lassen und mit einem dicken Bauch über die Bühne watscheln. Die Maskenbildner und Maskenbildnerinnen sind Künstler. Sie erschaffen die Unkenntlichkeit des vorher Dagewesenen.

An Aschermittwoch ist alles vorbei

Jetzt, zur Karnevalszeit, ist die Sehnsucht, einmal jemand ganz anderes zu sein, augenfällig. Wer könnte es dem braven Büroangestellten verdenken, dass er wenigstens zum Schein ein gleichermaßen tollkühner wie gutaussehender Pirat sein möchte?

Also schlüpft er in selbige Maske und entdeckt beim Faschingsball die wunderschöne Prinzessin, die er aus den Klauen widerwärtiger Finsterlinge befreit und in die er sich verknallt. Doch, ach, auch sie ist schöne Maske nur; und beim Date am nächsten Abend kommt sie aus dem Reiche "Supermarkt", wo sie für den schnöden "König Mammon" täglich an der Kasse arbeiten muss. Aber sie lieben sich trotzdem.

Auch bei Ganoven beliebt

Nun haben wir uns hinreißen lassen von der Musik der Maskenbälle, vom Tanz, vom Spiel. Dabei gäbe es noch so viel Ernstes über die Maske zu sagen. Aber da wir alle um das volksschwere Brauchtum der handgeschnitzten Fastnachtsmasken aus Holz wissen, die böse Geister vertreiben sollen, genügen ein paar Sätze.

Da gibt es noch die Stülpmasken, den ganzen Kopf verhüllend, gerne von Bankräubern benutzt, oder riesige Schultermasken, wie sie bei den Maskenzügen, den Karnevalszügen getragen werden. Maske ist Verstellung, Verhüllung. "Mashara", das alte arabische Wort, von dem "Maske" abgeleitet ist, bedeutet auch "Verspottung" und "Possenreißerei".

…Schweigen ist Gold

Aber Vorsicht: Auch die beste Maske, die raffinierteste Verkleidung ist entlarvt, wenn es hinter ihr zu sprechen beginnt: "Deine Maske nützt dir nichts", sagte der Fuchs zum Esel, der sich in eine Löwenhaut gehüllt hatte, "man kennt dich an der Stimme."


Fragen zum Text:

Wie heißt die Redewendung korrekt: Jemand zeigt sein …?
1. wirkliches Gesicht
2. richtiges Gesicht
3. wahres Gesicht

Wer sitzt in der Maske?
1. Narren
2. Schauspieler
3. Jäger

Aus welcher Sprache ist das Wort "Maske" abgeleitet?
1. aus dem Lateinischen
2. aus dem Jiddischen
3. aus dem Arabischen


Arbeitsauftrag:
Informieren Sie sich über die Geschichte des Karnevals in Deutschland, über seine Ursprünge, Bräuche und Verkleidungen. Sie können dabei im Kurs eine Aufteilung nach Regionen vornehmen, wie z. B. der Karneval in den rheinischen Hochburgen oder die alemannische Fastnacht. Tragen Sie anschließend Ihre Ergebnisse zusammen.

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