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Wirtschaft

Maschinenbauer drehen auf

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sind schwungvoll in das Jahr 2011 gestartet. Die Branche rechnet jetzt mit einem Produktionszuwachs von zehn Prozent und legt damit deutlicher zu als erwartet.

Ein Facharbeiter an einem Drehgestellt eines Eisenbahndrehkrans (Foto: AP)

Die Geschäfte laufen wieder rund im Maschinenbau

Kaum eine deutsche Branche wurde von der Wirtschaftskrise so hart getroffen wie der Maschinenbau. Die Auftragseingänge fielen zwischen Sommer 2008 und Winter 2009 um fast 40 Prozent. Die Produktion brach um ein Viertel ein. Doch die Branche hat sich in einem rasanten Tempo wieder erholt und meldet beeindruckende Wachstumsraten. "Wir gehen von einer Fortsetzung des Aufschwungs aus", sagte VDMA-Präsident Thomas Lindner auf der Jahrespressekonferenz am Donnerstag (10.02.2011) in Frankfurt. Bisher hatte der Verband für das neue Jahr ein Plus von acht Prozent prognostiziert. Im vergangenen Jahr konnte die Branche ihre Produktion um 8,8 Prozent steigern.

Beispiellose Aufholjagd

Facharbeiter an einer Maschine (Foto: DW)

Die gute Entwicklung schafft neue Jobs

Beim Auftragseingang gibt es laut VDMA seit Sommer 2009 eine beispiellose Aufholjagd, die bislang lediglich in den Monaten September/Oktober 2010 durch eine kurze Atempause unterbrochen wurde. Der Branchenumsatz stieg 2010 auf 174 Milliarden Euro – 2009 waren es rund 161 Milliarden Euro. Insgesamt lag der Auftragseingang 2010 um 36 Prozent über dem des Krisenjahres 2009. Nach Angaben des VDMA bestellten inländische Kunden 38 Prozent mehr im vergangenen Jahr, aus dem Ausland gab es ein Plus von 46 Prozent. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist die zweitgrößte deutsche Industriebranche hinter der Autoindustrie und vor der Elektrotechnik.

Unterschiedlicher Erholungskurs

VDMA-Präsident Thomas Lindner (Foto: dap)

VDMA-Präsident Lindner: kräftiger Aufschwung stimmt optimistisch

Die Maschinenbauer seien in einer "aufgeräumten Stimmung", sagte VDMA-Präsident Thomas Lindner. Optimistisch stimme der "kräftige Schwung", mit dem die Branche ins Jahr gestartet sei. Während einige der Unternehmen "ihre alten Top-Niveaus" bereits wieder übertroffen hätten, habe bei anderen die Erholung erst angefangen. So erholten sich die Umsätze in der Baubranche und beim Druck- und Papiergewerbe zaghaft. Andere wie Hütten- und Walzwerkeinrichtungen oder Betriebe, die Bergbaumaschinen herstellten, hätten "ihre ehemaligen Top-Levels bereits sehr deutlich übertroffen", so Lindner: "Sei es, weil sie als Anlagenbauer die Auftragspolster aus den Boomzeiten noch abarbeiten konnten. Sei es, weil viele Kunden nach der Krise sehr zügig zur Tagesordnung übergegangen sind und Engpässe bei der Versorgung schon wieder das Tagesgeschäft beherrschen.“

Branche international gut aufgestellt

Die Maschinenbauer profitierten insbesondere von Chinas Wachstumsplänen. So kletterte der Absatz ins Reich der Mitte von Januar bis November 2010 um fast ein Drittel auf 13,7 Milliarden Euro (2009: 10,3 Milliarden Euro). Bereits 2009 hatten die Chinesen die USA als wichtigster Absatzmarkt der deutschen Maschinenexporteure überholt.

Kräftig nach oben gehen soll auch die Zahl der Mitarbeiter. Im Krisenjahr 2009 und den ersten Monaten des Jahres 2010 gingen in der Maschinenbaubranche rund 61.000 Arbeitsplätze verloren, auf dem Höhepunkt der Krise waren 240.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Doch seit Mai des vergangenen Jahres geht es wieder nach oben, sind 10.000 neue Stellen geschaffen worden - und das soll so weiter gehen: 20.000 neue Arbeitsplätze sollen in diesem Jahr geschaffen werden.


Autorin: Monika Lohmüller (rtr, ap, dpa)

Redaktion: Insa Wrede