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Sport

Martin und Greipel liebäugeln mit WM-Medaille

Zeitfahrspezialist Tony Martin und Sprinter André Greipel rechnen sich bei der Straßenrad-Weltmeisterschaft in Geelong nahe der australischen Metropole Melbourne einiges aus. Die Konkurrenz aber ist stark.

Rad-Peloton bei der Tour Down Under. Foto: AP

Rad-WM in Down Under

Tony Martin bei der Siegerehrung einer Etappe der Kalifornien-Rundfahrt . Foto: AP

Sieger-Küsschen für Martin?

Tony Martin hat nichts unversucht gelassen. Im Windkanal hat der deutsche Zeitfahrmeister noch einmal an seiner Sitzposition gefeilt. Bei der WM 2009 in Mendrisio in der Schweiz hatte der 25-Jährige Bronze gewonnen. Das ist jetzt sein Mindestziel bei den Titelkämpfen in Geelong, 70 Kilometer entfernt von Melbourne. "Ich strebe einen Podiumsplatz an", sagt Martin. "Ich möchte damit für mich den Druck herausnehmen." Schließlich redet alle Welt von seiner Chance auf Gold.

Zwei kurze, aber kräftige Anstiege, rauer Asphalt, dazu häufig Wind - der 22,9 Kilometer lange WM-Rundkurs in Geelong, der zweimal durchfahren wird, ist nicht gerade nach dem Geschmack Martins. Bei der ersten Inspektion der Strecke sei ihm "die Kinnlade heruntergefallen", erzählt Tony Martin. "Aber auch Fabian Cancellara wird wegen der Berge nicht erfreut sein."

Fabian Cancellara im Regenbogentrikot beim Prolog der Tour de France 2010. Foto: AP

Weltmeister Cancellara war bei der Tour de France im Kampf gegen die Uhr eine Klasse für sich

2:2 steht das Duell Martin gegen Cancellara

Der Titelverteidiger aus der Schweiz ist beim Rennen an diesem Donnerstag (30.09.2010) Topfavorit. Cancellara war bereits dreimal Weltmeister im Zeitfahren, mit einem vierten Triumph könnte er WM-Geschichte schreiben. Bei den Zeitfahr-Etappen der diesjährigen Tour de France hatte Tony Martin zweimal das Nachsehen gegen Cancellara. Doch der Deutsche konnte sich auch zweimal im Kampf gegen die Uhr gegen den aktuellen Weltmeister durchsetzen: bei der Kalifornien-Rundfahrt und der Tour de Suisse.

Greipel gegen Cavendish?

Andre Greipel jubelt nach einem Etappensieg bei der Spanien-Rundfahrt. Foto: dpa

21 Mal jubelte Greipel 2010

Für das WM-Finale, das Einzelrennen am Sonntag (03.10.2010), rechnet sich Martin kaum Chancen aus: "Ich habe nicht die Kondition, um nach sechs Stunden und 260 Kilometern noch um den Sieg zu fahren." Bei diesem Rennen könnte die Stunde André Greipels schlagen. Mit 21 Siegen ist der 28-Jährige der deutsche Topsprinter dieser Saison. Sollte es zu einem Massenspurt kommen, müsste sich Greipel jedoch möglicherweise gegen seinen ungeliebten Noch-Teamkollegen Mark Cavendish behaupten. Der Brite war Greipel für die Tour de France vorgezogen worden und hatte bei der wichtigsten Rundfahrt des Jahres fünf Etappen und das Grüne Trikot des besten Sprinters gewonnen. Nicht zuletzt wegen der Konkurrenz zu Cavendish verlässt Greipel Ende des Jahres das US-Team HTC Columbia und wird in der nächsten Saison für das belgische Omega-Pharma-Lotto-Team fahren.

WM-Rennen ohne die Topstars der Tour

Alberto Contador und Andy Schleck nach der Zieldurchfahrt der 17. Etappe der Tour de France. Foto: AP

WM-Schwänzer Alberto Contador (l.) und Andy Schleck

Aber vielleicht wird das WM-Rennen auf dem 15,8 Kilometer langen Rundkurs ja auch gar nicht im Massenspurt entschieden. "Das ist kein reiner Sprinterkurs", meint André Greipel, schiebt jedoch nach: "Aber machbar für Sprinter." Denkbar ist jedoch auch, dass sich einer der Spezialisten für die klassischen Eintages-Rennen anschließend das Regenbogen-Trikot des Weltmeisters überzieht. Der dreifache Titelträger Oscar Freire, der Italiener Filippo Pozzato, der Belgier Philippe Gilbert, der Kasache Alexander Winokurow oder auch Lokalmatador und Titelverteidiger Cadel Evans werden zu den Favoriten gezählt. Die beiden Erstplatzierten der Tour de France, der Spanier Alberto Contador und der Luxemburger Andy Schleck, verzichten auf einen Start in Down Under.

Bei den Rennen der Frauen werden den deutschen Fahrerinnen durchaus Medaillenchancen eingeräumt: Judith Arndt, Trixi Worrack, Ina-Yoko Teutenberg und Charlotte Becker gehören zum Kreis der Anwärter auf Edelmetall.

Auftritt des Dopingsünders Landis

Floyd Landis in Australien. Foto: AP

Floyd Landis in Australien

Für Unruhe unmittelbar vor WM-Beginn sorgte der überführte und geständige Dopingsünder Floyd Landis. Der US-Amerikaner, dem 2006 wegen Dopings mit Testosteron der Tour-de-France-Sieg aberkannt worden war, trat bei einer Veranstaltung der Universität Geelong mit dem Titel "Neue Wege des Profi-Radsports" auf. Dabei verzichtete Landis unter Hinweis auf laufende Ermittlungen darauf, den siebenmaligen Tour-Sieger Lance Armstrong erneut des Dopings zu beschuldigen. Aus Protest gegen den Auftritt von Landis hatte der Radsport-Weltverband UCI seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Calle Kops

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