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Sport

Martin Kaymer könnte weltbester Golfer werden

2008 gelang Martin Kaymer der internationale Durchbruch. Nun könnte er Golf-Milliardär Tiger Woods den Rang ablaufen: Am Sonntag hat der 25-Jährige aus Mettmann die Chance, Führender der Weltrangliste zu werden.

Martin Kaymer nach einem Abschlag bei den British Open in Schottland 2009. (Foto: AP)

Martin Kaymer - gelingt ihm der Sprung an die Weltspitze?

Für Martin Kaymer ist die Krone zum Greifen nah. Sie ist noch nicht einmal mehr eine Golfschläger-Länge entfernt. Alles, was der Weltranglisten-Dritte braucht, um den Golf-Thron zu besteigen und Erster der Weltrangliste zu werden, ist mindestens der zweite Platz bei den Andalucia Masters in Südspanien. Nach mehr als fünf Jahren wird die Regentschaft von Tiger Woods an der Weltspitze des Golfs zu Ende gehen. Das ist jedoch auch ohne Kaymers Zutun klar: Weil Woods in dieser Saison noch kein Turnier gewonnen und gleichzeitig auf den Start in Andalusien verzichtet hat, würde die Nummer Zwei der Welt, Lee Westwood, am 31. Oktober automatisch den ersten Platz einnehmen. Ein reiner Punktesieg, schnöde Mathematik – und das, obwohl auch Lee Westwood nicht in Spanien golft.

Kaymer bleibt bescheiden

Der Golf-Milliardär Tiger Woods beim Abschlag. (Foto: AP)

Abgeschlagen: Tiger Woods muss Platz machen

Sollte Kaymer also der Coup gelingen, sollte er wirklich gewinnen oder Zweiter werden, wäre er der zweite Deutsche, der sich an die Weltspitze golfen würde: Bisher war Bernhard Langer der einzige, der dies geschafft hat. Allerdings ist das nun schon knapp 25 Jahre her. Der Chance, dieses historische Ereignis wiederholen zu können, sieht Kaymer gelassen entgegen: "Ich wollte mich in diesem Jahr weiter verbessern und das ist mir gelungen. Ich habe hoffentlich noch viele Karriere-Jahre vor mir und möchte mich auf lange Sicht in der Weltspitze etablieren", sagt der Rheinländer bescheiden. Dass ein kleiner, weißer Ball das Sportgerät seiner Wahl werden sollte, stand für Kaymer nicht immer fest.

Fast wäre er Fußballer geworden

Viel hätte nicht gefehlt und Deutschlands neuer Golfstar wäre Fußballprofi geworden. Als Jugendlicher kickte Martin Kaymer als Stürmer für Fortuna Düsseldorf und schaffte es sogar in die Regionalauswahl am Niederrhein. "Ich war kurz davor, mit Fußball mein Geld zu verdienen. Aber dann hat mir Fußball, ehrlich gesagt, nicht mehr so viel Spaß gemacht", sagt Kaymer. Mit 16 Jahren sattelte er um, jetzt gab es für ihn nur noch eins: Golf spielen. "Ich habe da für mich die Zukunft gesehen. Ich gehe natürlich auch heute noch gerne ins Stadion, unterstütze den 1. FC Köln ein bisschen. Aber ich denke, es war schon die richtige Entscheidung damals."

"Ich bin selbst überrascht"

Martin Kaymer hält den Pokal des Ryder Cups 2010 in die Höhe. Im prestigeträchtigen Duell gegen die Mannschaft der USA hatten die europäischen Golfer In Wales gewonnen. (Foto: AP)

Ganz oben: Kaymer gewinnt im Europa-Team den Ryder-Cup

Und der Erfolg gibt ihm recht. Kaymer startete einen wahren Durchmarsch nach ganz oben. Mit 21 Jahren wurde er Profi und zeigte sogleich, was in ihm steckte: Als erstem deutschen Golfprofi gelang ihm bei einem offiziellen Turnier eine 59er-Runde.

Allein in diesem Jahr konnte er vier Saisonsiege für sich verbuchen. Zwei davon dürften ihm besonders im Gedächtnis geblieben sein. Eines der Highlights war sein erster Major-Gewinn bei der US-PGA-Championship in Wisconsin, einem der vier größten Golfturniere überhaupt. Der Triumph mit dem europäischen Ryder-Cup-Team im prestigeträchtigen Duell gegen die USA war ein weiterer Höhepunkt. Kaymer hatte sich erstmalig für die Mannschaft der besten europäischen Golfer qualifiziert. Seine aktuelle Topform kann er nicht begründen. "Ich werde immer gefragt, was los ist, aber ich bin selbst überrascht", sagt Kaymer.

Erster der Geldrangliste

Bisher ist der Deutsche international zwar noch nicht so populär wie Tiger Woods, aber regional führte sein Bekanntheitsgrad immerhin zu einem lustigen Zwischenfall in einem Düsseldorfer Steakhaus. Der Wirt des Restaurants habe ihn als Golf-Star erkannt und ihm anschließend Gratis-Steaks auf Lebzeit versprochen, erzählt Kaymer. Genau genommen könnte sich Kaymer ein Steak auch selbst leisten. Vermutlich könnte er sogar das ganze Lokal aufkaufen. Denn Kaymer führt momentan die europäische Geldrangliste an. Auf Kaymers Konto schlummern demnach gut drei Millionen Euro Siegprämien.

Wenn es um seinen möglichen Spitzenplatz auf der Weltrangliste geht, blieb Kaymer bisher stets zurückhaltend: "Wenn ich es schaffe, würde ich nicht Nein sagen." Noch darf sich Kaymer auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: Nach dem ersten Tag der Andalucia Masters lag Kaymer nämlich nur im Mittelfeld.

Autorin: Laura Döing

Redaktion: Stefan Nestler

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