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Fußball

Martin Harnik macht den Dosenöffner

Hannovers Torjäger Martin Harnik liebt Hamburg als Stadt - und den Hamburger SV als Gegner. In einer robust geführten Partie zum Auftakt des vierten Spieltags sorgt er für die Vorentscheidung. Auf typische Weise.

Schön, nein schön ist er nicht, der Treffer von Martin Harnik zum 1:0. Aber so etwas wie die halbe Miete in diesem Nordderby. Hannover 96 ist im Duell mit dem Hamburger SV zwar die bessere Mannschaft, doch bis in die zweite Hälfte hinein nur in Ansätzen gefährlich. Fünf Minuten nach der Pause schlägt dann Harniks Stunde: Flanke von links, Kopfball von rechts wieder zurück in die Mitte – und da steht Harnik, das Strafraum-Phantom, und stochert das Leder zwischen zwei HSV-Verteidigern über die Linie (50. Minute). Harniks fünfter Pflichtspieltreffer in der noch jungen Saison. Trainer sagen zu so einem Tor gerne "Dosenöffner". Denn der Gegner muss selbst aktiver werden und wird dadurch verwundbarer. So ergeht es auch dem HSV, der ersatzgeschwächt kaum Struktur in sein Spiel bringt. Einen Patzer von HSV-Torwart Christian Mathenia nutzt schließlich Ihlas Bebou eiskalt aus und trifft zum 2:0 (0:0)-Endstand (82.).

Harnik und Hamburg – eine Liebesgeschichte abseits des Fußballs

Eigentlich pflegt Harnik eine innige Beziehung zu Hamburg, wenn es nicht gerade um Punkte in der Fußball-Bundesliga geht. Der 30-Jährige ist an der Elbe geboren, liebt die Stadt und wäre im vergangenen Jahr nach seiner Zeit beim VfB Stuttgart gerne zum HSV gewechselt. Doch beim Bundesliga-Dino war man sich intern nicht einig. Der Deal kam nicht zustande. Stattdessen schoss der österreichische Nationalspieler Hannover 96 zurück ins Fußball-Oberhaus. Und macht in dieser Saison genau da weiter, wo er aufgehört hat. Darüber dürften sich die Hanseaten nach der verdienten Niederlage noch umso mehr ärgern. Schließlich konnte Harnik seine persönliche Bilanz gegen den HSV ausbauen: 13 Mal traf er in seiner Karriere auf die Hamburger, acht Mal ging er als Sieger vom Platz.

Hannover feiert Tabellenführung

Bundesliga Hannover 96 v FC Schalke 04 - Andre Breitenreiter (Getty Images/Bongarts/S. Franklin)

Seit März 2017 Coach in Hannover: André Breitenreiter

Als Team versetzt der Aufsteiger die Fans in Euphorie. Zum ersten Mal seit 1969 steht Hannover 96 an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Erst am Sonntag könnten die Niedersachsen die Tabellenführung wieder verlieren. Nicht zuletzt deswegen verdienten sich Harnik & Co. ein Extra-Lob des Trainers. "Wir haben über 90 Minuten wirklich ein gutes Spiel gemacht", sagte Breitenreiter. "Wir haben teils echt begeisternden Fußball gespielt." Begeisternd im Sinne von schön war Harniks Treffer wie gesagt nicht, aber äußerst wirkungsvoll. Und das zählt. 

 

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