1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Martha Stewart wegen Wertpapierbetrugs schuldig gesprochen

Die Geschäftsfrau Martha Stewart ist in New York wegen Betrugs schuldig gesprochen worden. Die zwölf Geschworenen befanden die 62-Jährige am Freitag (5.3.2004) in allen vier Anklagepunkten schuldig. Sie legten der prominenten Multimillionärin Wertpapierbetrug in zwei Fällen, Insiderhandel und die Behinderung der Justiz zur Last. Der Geschäftsfrau drohen bis zu fünf Jahre Haft pro Anklagepunkt und eine Geldstrafe über 250.000 Dollar. Experten rechnen mit ein bis drei Jahren Gefängnis für die Unternehmerin, die umgehend Berufung ankündigte. Das Strafmaß wird ein Richter am 17. Juni bekanntgeben. Stewarts früherer Börsenmakler Peter Bacanovic wurde in vier von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen.

Stewart nahm den Schuldspruch mit versteinerter Miene auf und entschwand alsbald in ihrem Wagen, ohne sich den Fragen der anwesenden Journalisten zu stellen. Auf ihrer Website www. marthatalks.com beteuerte sie erneut ihre Unschuld und kündigte an, in Revision zu gehen.

Die Multimillionärin hatte kurz vor dem Kurseinbruch des Pharma-Herstellers ImClone Ende Dezember 2001 ihre Anteile an dem Unternehmen veräußert. Sie war angeklagt worden, auf Grundlage eines Insidertipps gehandelt zu haben. Ein fünfter Anklagepunkt, der auf Börsenbetrug lautete, war Ende Februar erhoben worden. ImClone-Chef Samuel Waksal hatte gestanden, Insidertipps über die ImClone-Aktie gegeben zu haben, jedoch nur an Verwandte. Er wurde dafür im Juni zur Höchststrafe von sieben Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Waksal ist ein Freund von Stewart. Sie selbst war nach der Anklageerhebung vom Vorsitz ihrer Firma Martha Stewart Omnimedia zurückgetreten, die von Magazinen über Kochrezepte bis zu Bettwäsche alles vertreibt, das zur Hauseinrichtung gehört. Sie galt darum auch in ihren besseren Zeiten als Hausfrauenidol.