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Fußball

Marta: "Alle hoffen auf den Titel"

Sie gilt als beste Spielerin der Welt, fünfmal wurde sie zur Weltfußballerin das Jahres gewählt - und das mit 25. Doch ein Titel fehlt der Brasilianerin Marta noch: der WM-Sieg.

Marta Vieira da Silva, brasilianische Fußballspielerin (Foto: Mariana Santos/DW)

Marta Vieira da Silva, genannt Marta, im DW-WORLD.DE-Interview

DW-WORLD.DE: Wie optimistisch geht Brasilien in diese Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland?

Marta: Wir sind hoch motiviert. Und wenn es um einen Wettkampf auf so hohem Niveau geht wie die Weltmeisterschaft, dann ist der Optimismus immer da. Und wir gehen mit dem festen Willen in das Turnier, den Titel zu holen. Die Mannschaft ist gut aufgestellt, wir haben neue, junge Spielerinnen und andere, die schon sehr erfahren sind. Ich hoffe, dass diese Mischung aus Jugend und Erfahrung uns gute Ergebnisse einbringen wird.

Welcher Vorrundengegner (Australien, Norwegen und Äquatorial-Guinea) wird der schwierigste?

Alle werden ziemlich schwierig sein, es sind Mannschaften, die nicht so bekannt sind, mit Ausnahme der Norwegerinnen, deren Stil wir gut kennen. Sie spielen stark, sind sehr schusskräftig und gut in der Spielerdeckung. Australien bereitet sich schon seit längerer Zeit intensiv vor, das Team ist der aktuelle Asienmeister und hat junge Spielerinnen von hohem Niveau. Weil das Spiel gegen Australien das erste ist, wird es besonders schwer sein.

Ist der Druck beim ersten Spiel besonders groß?

Selbstverständlich, wenn Brasilien spielt, ist der Druck immer da. Das hängt mit den Erfolgen zusammen, die wir seit Jahren immer wieder errungen haben, wie der Vize-Weltmeister-Titel (2007) und die beiden olympischen Silbermedaillen (2004 und 2008). Der Druck kommt nicht nur vom brasilianischen Publikum, sondern vom Publikum aus aller Welt, das sich inzwischen ein anderes Bild von der brasilianischen Mannschaft gemacht hat.

Welcher mögliche Gegner wird für Brasilien nach der Vorrunde am schwierigsten?

Das wird ohne Zweifel Gastgeber Deutschland sein, ohne andere Mannschaften geringschätzen zu wollen. Aber wenn man das Publikum auf seiner Seite hat, dann erhöht das die Motivation noch zusätzlich. Außerdem ist Deutschland zweimal Weltmeister geworden und tritt bei internationalen Turnieren immer erfolgreich auf, das trägt auch zur Favoritenrolle bei. Das ist eine Schule, die seit Jahren immer auf dem ersten oder zweiten Platz der Weltrangliste landet. Aber wir sind mit unseren Gedanken zurzeit nur bei unseren drei Vorrundengegnern. Aber sollten wir später auf Deutschland, die USA oder eine andere Mannschaft treffen, müssen wir gut vorbereitet sein, um uns einem starken Gegner zu stellen.

Wie werden Sie mit der engen Deckung umgehen, die die Trainer der gegnerischen Mannschaften möglicherweise vorbereiten?

Dieses Problem beschäftigt mich schon seit langem. Wenn man auf dem Platz herausragt, dann erhält man stets größere Aufmerksamkeit, sowohl von der Presse als auch von den Gegnerinnen. Statt von einer Spielerin gedeckt zu werden, werden gleich zwei auf mich angesetzt. Wenn es so kommt, dann hoffe ich, dass dadurch die Räume für die anderen Spielerinnen geöffnet werden und dass sie ihre Chancen nutzen können.

Was würde der WM-Titel für den Frauenfußball in Brasilien bedeuten?

Diese Hoffnung haben wir alle: einen Titel zu holen, entweder die Weltmeisterschaft oder einen Goldmedaille bei den Olympischen Spielen, damit die Leute etwas in der Hand halten und unsere Leistung anerkennen. In Brasilien zählt ein zweiter Platz nicht, das ist kein Titel. Aber für den Frauenfußball, der schwierige Zeiten durchgemacht hat, ist es eine tolle Leistung, zweimal das olympische Finale und das WM-Finale erreicht zu haben. Aber den Leuten reicht das nicht. Wir wollen Weltmeisterinnen werden, damit der Frauenfußball in unserem Land in eine bessere Zukunft blicken kann.

Die Fragen stellte Mariana Santos
Redaktion: Mirjam Gehrke