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Ostmitteleuropa

"Marsch der Lebenden"

- Holocaust-Gedenken in Polen

Warschau, 11.04.2002 PAP, poln.

Über tausend junge Juden aus verschiedenen Ländern haben am Mittwoch (10.4) der Opfer des Konzentrationslagers Majdanek gedacht. Die Mehrheit von ihnen, darunter auch Jugendliche aus Schweden, hatten einen Tag zuvor am "Marsch der Lebenden" in ehemaligen Konzentrationslagern Auschwitz und Birkenau teilgenommen.

Die jungen Juden begannen ihren Aufenthalt in dem ehemaligen KZ Majdanek vor dem Denkmal für die Opfer des Konzentrationslagers. Dann marschierten sie den so genannten "schwarzen Weg" durch das Haupttor, das Badehaus, die Gaskammer, die Baracken bis zum Krematorium. (...) Der Aufenthalt der jüdischen Jugend wurde mit einem Gebet bei den Exekutionsgräben beendet, in denen am 3. November 1943 über 18 000 Juden erschossen wurden.

Frau Bracha Karawasser, gebürtige Horowicz, aus Israel (sie war Insassin im Warschauer Ghetto), sagte vor Journalisten: "Ich komme zwei Mal im Jahr hierhin, um der Jugend zu erzählen, was hier während des Holocaust geschehen ist. Wir reisen von KZ zu KZ. Sechs Millionen Juden wurden in den ehemaligen Konzentrationslagern umgebracht und die Jugend sollte wissen, wie es dazu gekommen ist. Ich halte dies für meine Pflicht - ich bin die einzige Überlebende aus meiner Familie. Es ist notwendig, dass die Jugend die Inschrift an dem Mausoleum für Ermordete versteht, die lautet: 'Möge unser Schicksal für Euch eine Warnung sein'".

Das ehemalige KZ Majdanek wurde in den Jahren 1941 bis 194 unterhalten. Dort wurden etwa 250 000 Menschen aus 50 Nationen umgebracht. Die meisten der Ermordeten - etwa 110 000 - waren Juden. In Majdanek wurden 95 000 Polen umgebracht.

"Im April, im Rahmen des so genannten "Marsches der Lebenden", werden über 2500 Menschen jüdischer Nationalität, hauptsächlich Jugendliche, der Opfer des KZ Majdanek gedenken", erklärte Mariola Wisnioch vom Staatsmuseum Majdanek. Darunter befinden sich nicht nur Bewohner von Israel, sondern auch Juden aus anderen Ländern wie Österreich, Belgien, Frankreich, Griechenland, Mexiko, Deutschland, Schweden und den USA". (Sta)

  • Datum 11.04.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/24tD
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