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Wissen & Umwelt

"Mars500"- Big Brother der Wissenschaft

Gruppenbild der Mars500 Besatzung und eines Ersatzmitgliedes (Foto: Picture Alliance)

Das Sechser-Team plus Ersatzmann


520 Tage mit sechs Männern auf engsten Raum isoliert, kaum Freizeit, eine strenge Diät und geduscht werden darf nur alle zehn Tage - eine bemannte Marsmission ist eben kein Waldspaziergang! Doch bevor die internationalen Raumfahrtbehörden es wagen ein Spaceshuttle ins All zu schicken, wird erst ein Testlauf auf der Erde gemacht.

Das "Raumschiff" in dem der Test startet, steht in Moskau. Vor 72 Tagen schon, sind drei Russen, ein Italiener, ein Chinese und ein Franzose in das Containersystem "Mars500" eingezogen. Eine erste Bilanz der russischen Weltraumagentur Roskosmos und der europäischen ESA, die das Projekt leiten: Bisher läuft alles erfolgreich.

Wie im Weltall - nur auf der Erde

Die Container sind wie eine echte Raumkapsel ausgestattet und machen so die Simulation einer Marsmission möglich. Ungefähr 15 Monate würde ein Flug zum Mars und zurück dauern und genauso lange werden die sechs Astronauten in ihrem irdischen Raumschiff eingeschlossen bleiben. Urlaub ausgeschlossen - im Weltraum kann man nicht einfach aussteigen.

Die Tagesabläufe der Männer sind streng geregelt. Schon vor dem Frühstück hat jeder vier bis fünf Aufgaben zu erledigen, damit die insgesamt 100 Forschungsprojekte, die sie während ihres "Fluges" durchführen sollen, auch fertig werden. Elf dieser Projekte stammen von deutschen Universitäten. Die Astronauten fungieren dabei oft selbst als Versuchskaninchen. Jede ihrer Handlungen wird dokumentiert, überall hängen Überwachungskameras, die ihren Alltag aufzeichnen und sämtliche Körperfunktionen werden akribisch analysiert. Da wird sogar der Speiseplan zur wissenschaftlichen Studie. Die Forschungsprojekte dienen auch der Beschäftigungstherapie, 15 Monate können schließlich ganz schön lang werden. Davon wäre bisher aber noch nichts zu merken, erzählt Peter Gräf, "Mars500"-Projektleiter beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum. Obwohl es wenig Abwechselung gäbe, würde keiner der Männer aus der Kapsel aussteigen wollen.

Das wäre theoretisch auch unmöglich, "Mars500" ist schließlich schon mehr als drei Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Autorin: Sophia Wagner
Redaktion: Nicole Scherschun