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Wissen & Umwelt

Mars-Wolken unter der Lupe

Astronomen haben Dampf- oder Rauchfahnen über dem Mars entdeckt. Diese dehnen sich bis in eine Höhe von etwa 250 km über der Planetenoberfläche aus und überragen damit die bekannten, gewöhnlichen Marswolken.

Ein internationales Forscherteam von der Universität des Baskenlandes in Bilbao hat das Phänomen über dem Mars genau vermessen und sucht nun Erklärungen dafür. Weder Eiskristalle oder Staub noch Polarlichter könnten die mysteriösen Gebilde eindeutig erklären, schreibt die Gruppe im Fachjournal "Nature".

Die bekannten Marswolken aus Kohlendioxid- oder Wassereiskristallen, reichen bis auf eine Höhe von 100 Kilometern, seine Staubwolken kommen bis auf 60 Kilometer über der Oberfläche. Polarlichter seien bislang bis in eine Höhe von 130 Kilometern beobachtet worden, so die Wissenschaftler.

Bereits vor fast drei Jahren entdeckten Amateurastronomen die Rauch- oder Dampffahnen an der Südhalbkugel des Roten Planeten. In den folgenden zehn Tagen wurden sie immer wieder an derselben Stelle am Marsmorgen beobachtet, nie jedoch am Marsabend. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass sich diese Gebilde rasch verändern und ein zyklisches Verhalten aufweisen.

Erklärung offen

Einen knappen Monat später wurde eine ähnliche Erscheinung an etwa derselben Stelle beobachtet. Das Team von der Universität des Baskenlandes maß bei der Formation eine Ausdehnung von bis zu 1000 Kilometern sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung.

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Mars - vom Wasser gezeichnet

Die Forscher sichteten auch frühere Aufnahmen des Roten Planeten und fanden ein Foto des Weltraumteleskops Hubble von 1997, das ein ähnliches Phänomen zeigt. Diese Aufnahmen wurden neben den Bildern von 2012 in die Analyse einbezogen.

Mit Simulationen von Veränderungen in der bisher bekannten Marsatmosphäre konnten die Wissenschaftler die Beobachtungen bisher nicht eindeutig erklären. Am besten passen ihnen zufolge winzig kleine Wassereispartikel - allerdings müsste die Temperatur in der höheren Atmosphäre dann etwa 50 Grad Celsius niedriger sein als bisher bekannt. Bei Kohlendioxideis wären es sogar 100 Grad. Auch die vermuteten Polarlichter müssten 1000-fach so hell sein wie ihre Pendants auf der Erde.

Weitere Beobachtungen seien erforderlich, um die Ursache einzugrenzen, schreiben die Forscher. Paul Hartogh arbeitet beim Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Er hält die Aussagen des internationalen Forscherteams aus Spanien für stichhaltig. Hartogh tendiert auch zu winzigen Einskristallen - diese verursachten auch die nachtleuchtenden Wolken in der Erdatmosphäre. Dichteschwankungen in der Marsatmosphäre könnten zu diesen hohen Wolken führen. Um die Eisteilchen in eine solche Höhe zu bringen, bedürfe es extremer vertikaler Windgeschwindigkeiten, erklärt Hartogh.

Wolkenformationen gibt es auf vielen Planeten und Monden unseres Sonnensystems. Am bekanntesten ist der sogenannte "große rote Fleck" des Jupiters. Dabei handelt es sich um einen Wirbelsturm in einer Atmosphäre aus Wasserstoff, Helium, Ammoniak, Methan und anderen Stoffen.

nm/nk (dpa)

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