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Kultur

Mars - und die Suche geht weiter

Die Sterne stehen günstig für die neue Mission: Im Juni will die Europäische Weltraum-Agentur (ESA) den Mars-Express losschicken – einen Vorläufer für bemannte Flüge zum roten Planeten.

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Gab es hier doch einmal Leben?

Ende Januar soll ein britisches Landegerät namens "Beagle 2" an die Partnerfirma der ESA ausgeliefert werden, die sich um das Mars-Express-Raumschiff kümmert. Das Landegerät – benannt nach dem Schiff, mit dem Charles Darwin 1831 zu seiner Entdeckungsreise aufbrach – soll im französischen Toulouse ins Raumschiff eingebaut werden. Damit nähern sich die Vorbereitungen für die geplante Mars-Mission dem Ende: Im Sommer soll es losgehen.

Ziel der Mission ist es, von der Umlaufbahn aus Wasser unter der Mars-Oberfläche aufzuspüren und das Landegerät auf dem roten Planeten abzusetzen. Der Start ist für Juni 2003 vorgesehen, im Dezember soll "Beagle 2" auf dem Mars landen. Das Projekt nutzt die Tatsache aus, dass der Mars der Erde bald so nahe ist wie seit 17 Jahren nicht – am 17. August 2003 wird es so weit sein. Die Entfernung zwischen Mars und Erde schwankt, weil die Planeten elliptische Umlaufbahnen haben. Weil die Mission während der Mars-Annäherung beginnt, kann das Raumschiff den kürzestmöglichen Weg nehmen. Das spart Geld.

Mars-Flug soll kein Beinbruch sein

Der Mars-Express ist ein Vorläufer für bemannte Flüge zum Mars, die nach Angaben von Wissenschaftlern in 15 bis 25 Jahren stattfinden könnten. In der Tat sind die Vorbereitungen für eine solche Mission schon angelaufen. Vor kurzem haben Mediziner in Berlin einen Aufruf gestartet – sie suchen etwa 20 Freiwillige für eine Studie, die erforschen soll, wie die Astronauten mit der lang andauernden Schwerelosigkeit fertig werden. Denn für die Reise zum Mars würde ein Raumschiff immerhin zwei Jahre brauchen.

Doch wenn der Körper so lange der Schwerelosigkeit ausgesetzt ist, baut er Muskeln und Knochenmasse ab. Deshalb suchen Wissenschaftler Möglichkeiten zu verhindern, dass die Astronauten sich die Beine brechen, sobald sie aus dem Raumschiff steigen. Die Studie wird geleitet von Ärzten der Freien Universität Berlin zusammen mit der ESA. Sie soll im Februar beginnen und zwei Monate dauern.

Zu teuer für einen Alleingang

Die Kosten für einen Mars-Flug sind jedoch höher, als Europa allein es sich leisten könnte. Deshalb möchte die Europäische Weltraum-Agentur mit den USA, Japan, Russland und vielleicht sogar China zusammenarbeiten, berichtet BBC Online.

Russische Wissenschaftler hatten im vergangenen Sommer angekündigt, im Jahr 2015 den ersten bemannten Mars-Flug zu starten – auch sie betonten allerdings, dass sie dafür internationale Unterstützung bräuchten. Konkret gehe es um eine 440-Tage-Mission mit sechs Astronauten, so die BBC. Das würde etwa 20 Milliarden Dollar kosten.

Internationales Gerät für die Suche nach Leben

Unterdessen geht die Mars-Arbeit weiter, und viele Länder tragen dazu bei. Das Radargerät, das die Wassertiefe messen soll, ist eine Gemeinschaftsproduktion von italienischen Entwicklern und dem kalifornischen Jet Propulsion Laboratory. Das Raumschiff ist ausgerüstet mit einer Stereoskop-Kamera aus Deutschland, einem geologischen Kartierungsprogramm aus Frankreich und einer Art Atmosphären-Echolot aus Italien. Die Landevorrichtung wird in Großbritannien gebaut.

"Beagle 2" soll Fotos machen, die zukünftige Expeditionen zur Orientierung nutzen können. Sein Roboter-Arm soll Steine sammeln, die dann auf organische Materie untersucht werden. Mit diesen Experimenten wollen Wissenschaftler herausfinden, ob es auf dem Mars einmal Leben gegeben hat.

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