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Klimagipfel

Marrakesch, das Klima und die Abkürzungen

Klimakonferenzen sind eine Welt für sich. Vor allem die Abkürzungen. COP? MOP? CMA? UNFCCC? Das hat alles miteinander zu tun. Eine kleine Orientierung für Einsteiger.

"Marrakesch 2016" prangt stolz das Motto des diesjährigen Klimatreffens der Vereinten Nationen auf Plakaten, auf Fahnen und an Hauswänden - einfach überall auf der Klimakonferenz. 20.000 Menschen tummeln sich gerade hier - was die Organisatoren an den Rand ihrer Kräfte bringt.

Eng ist es zwischen Pressezentrum, Delegationsbüros, den zwei Plenarsälen in der "Blue Zone", dem Herzstück der Klimaverhandlungen in Bab Ighli, dem Konferenz-Gelände mitten in Marrakesch. "Marrakesch 2016", so weit so gut, aber dann wird's auch schon geheimnisvoll: COP22/CMP12/CMA1 steht darunter. Alles klar?

Am besten chronologisch

Ein bisschen erzählen diese Abkürzungen die Geschichte der Bemühungen, die die Staaten der Erde seit gut einem Vierteljahrhundert unternehmen, um der Treibhausgase Herr zu werden. Mehr oder weniger erfolgreich. Also am besten chronologisch anfangen.

COP: "Conference of the parties"

COP steht für "Conference of the Parties" und meint die Staaten, die 1992 in Rio de Janeiro hoch und heilig versprachen, dem Klimawandel die Stirn zu bieten. George Bush war Präsident in den USA, Helmut Kohl Kanzler in Deutschland. Beide waren dabei, als (noch so eine Abkürzung) die UNFCCC ins Leben gerufen wurde. Die "United Nations Framework Convention on Climate Change", also die Klimarahmenkonvention. Man erkannte: Den Klimawandel haben wohl die Menschen selbst verursacht, vor allem die in den Industriestaaten. Slle müssen das Problem gemeinsam angehen. Fast alle UN-Staaten unterschrieben. Seitdem treffen sich diese Länder jährlich zu Klimakonferenzen. In Marrakesch zum 22. Mal. Also: COP22. In Delegationen wie unter den Pressevertretern finden sich hier und da grauhaarige Gestalten, die wirklich alle diese Treffen mitgemacht haben.

Marokko Marrakesch Weltklimakonferenz UN Climate Change Conference COP22 (picture-alliance/dpa/M. Messara)

Die COP22 findet in Marrakesch statt

CMP: "Conference oft the Members of the Protocol"

Im Laufe der Jahre unternahmen die Staaten den Versuch, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln. 1997 wurde in Japan das Kyoto-Protokoll geboren, dem viele Staaten beitraten, aber nicht alle. Die USA etwa haben das Protokoll nie ratifiziert. Darin versprachen die Staaten, rund fünf Prozent an Treibhausgasen einzusparen, was kläglich scheiterte. Heute sind nur noch rund 20 Staaten dabei. Sie bilden die CMP-Gruppe, "Members of the Protocol". Merke: Man kann Mitglied bei COP sein und Mitglied bei CMP, auf Deutschland etwa trifft das zu. Und weil der Kyoto-Vertrag nach endlosen Streitereien erst 2005 in Kraft trat (und 2020 schon wieder ausläuft) trifft sich die CMP-Gruppe in Marrakesch eben zum zwölften Mal.

CMA: "Conference of the Members of the Agreement"

Und dann kam Paris im letzten Jahr. Endlich wieder alle Staaten unter einen Klimavertrag bringen, war das Ziel. Und das gelang: Das "Paris-Agreement" erblickte das Licht der Welt, fast alle Staaten waren dabei: China, Indien, die Schwellen - und Entwicklungsländer. Europa. Und endlich auch wieder die USA. Und in Marrakesch kommt auch diese Runde zusammen, erstmals, versteht sich, und sie heißt CMA, "Conference of the Members of the Agreement", CMA1. Ach ja: Donald Trump überlegt gerade, nicht nur CMA zu verlassen, sondern gleich die ganze UNFCCC, also COP und CMA. Dafür haben sie hier noch keine Abkürzung gefunden.

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