Marokkos blaue Stadt wird grün | DW Reise | DW | 16.11.2017
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Reise

Marokkos blaue Stadt wird grün

Chefchaouen im Norden Marokkos ist bekannt als die blaue Stadt. Die Häuser der hügeligen Altstadt leuchten in verschiedenen Blautönen. Nun soll der Tourismusort auch grün werden - als eine ökologische Musterstadt.

Chefchaouen, von den Bewohnern kurz Chaouen genannt, ist seit Jahren Ausflugsziel für Marokko-Reisende. Und die vom marokkanischen König König Mohammed IV. angestrebte Energiewende soll auch in der blauen Stadt für zunehmend grüne Elemente sorgen.

Take Aziz arbeitet bei der Stadtverwaltung als Baustellenkontrolleur und geht mit gutem Beispiel voran. Mit Helm und neongelber Warnweste ausgestattet ist er auf seinem Elektrodienstfahrrad auf den steilen Straßen der 45.000-Einwohner Stadt unterwegs. "Das ist praktisch und ökologisch", erzählt er bei einem kurzen Stopp. "Man kommt leicht voran ohne die Umwelt zu verschmutzen."

Marokko Blaue Stadt Chefchaouen (picture-alliance/All Canada Photos/K. Lang)

In der Medina von Chefchaouen

Die E-Bikes als Dienstfahrräder sind nur eine von vielen Neuerungen. Die ökologische Wende in der bei Touristen beliebten Kleinstadt begann vor sieben Jahren. "Im April 2010 hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, Chaouen in eine ökologisch nachhaltige Stadt zu verwandeln", sagt Bürgermeister Mohammed Sefiani.

Trotz aller Bemühungen sei das Ziel aber noch nicht erreicht. "Wir sind noch in einer Übergangsphase. Aber im marokkanischen und afrikanischen Vergleich stehen wir weit vorne", sagt der Bürgermeister. Noch ist die Müllentsorgung eines der großen Probleme, aber bis 2021 soll auch die umweltschonend funktionieren. Das neu eröffnete Schwimmbad wird bereits mit Solarenergie betrieben, ganz in der Nähe davon steht das städtische Umweltzentrum, das in umgebauten alten Containern über Umweltschutz und Energiesparen informiert. Die Europäische Union und mehrere Nichtregierungsorganisationen unterstützen Chefchaouen auf dem Weg zur Öko-Gemeinde. Houda Hadji arbeitet im Umweltzentrum und klärt Besucher über umweltfreundliches Bauen, Energieeffizienz und die Vorteile von Energiesparlampen auf. "Das Interesse ist sehr groß", sagt die junge Frau mit dem eleganten Kopftuch, schließlich sei es die erste Initiative im ganzen Land, die sowohl Unternehmen als auch Privatleute zum Thema Energie berate.

Marokko Solarkraftwerk in Ouarzazate (Getty Images/AFP/F. Senna)

Solarkraftwerk Noor 1 in Ouarzazate, Marokko

Im ganzen Land entstanden in den vergangenen Jahren Solar- und Windparks, die ersten Elektrobusse sind im Einsatz und so genannte grüne Moscheen sollen als Vorbild für Nachhaltigkeit dienen. Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien 52 Prozent betragen. Doch ob der ökologische Umbau gelingt, bleibt abzuwarten. Viele der bei der Klimakonferenz 2016 groß angekündigten Projekte existieren bislang nur auf dem Papier.

Marrakesch im Süden Marokkos war im vergangenen Jahr Gastgeber der UN-Klimakonferenz. In diesem Jahr tagt die Konferenz in Bonn.

is/ch (afp)

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