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Aktuell Afrika

Marokko will zurück in die AU

Mit einigem diplomatischen Aplomb war das nordafrikanische Land vor 32 Jahren aus dem Staatenbund ausgetreten. König Mohammed will diese Entscheidung seines Vaters revidieren.

König Mohammed VI. schreitet eine Ehrenformation der Armee ab (Foto: Getty Images)

König Mohammed VI. schreitet eine Ehrenformation der Armee ab

Marokko wolle "seinen natürlichen Platz" in der "Familie" der afrikanischen Staaten wieder einnehmen, schrieb König Mohammed VI. (Artikelbild) an die Teilnehmer des derzeit in Ruanda stattfindenden Gipfels der Afrikanischen Union, AU. Sein Land habe "Afrika niemals verlassen".

Mit dem Beitrittswunsch revidiert der König die Entscheidung seines Vaters und Vorgängers von 1984, die AU-Vorgängerorganisation OAU zu verlassen. Marokko war damals unter lautem Protest ausgetreten, nachdem die OAU die Westsahara als Staat anerkannt und als Mitglied zugelassen hatte.

Westsahara annektiert

Marokko hatte die vormalige spanische Kolonie Westsahara 1975 besetzt und in sein Staatsgebiet eingegliedert. Die Unabhängigkeitsbewegung Polisario rief im Exil eine Arabische Demokratische Republik Sahara aus, die von der Regierung in Rabat nicht anerkannt wird. Die Vereinten Nationen bemühen sich seit Jahrzehnten, in der Auseinandersetzung eine diplomatische Lösung zu vermitteln. In seiner Botschaft an die AU-Staaten nannte König Mohammed die Republik Sahara einen "Phantomstaat": Er rief die AU auf, ihre Haltung in der Westsahara-Frage zu überdenken.

Ob sich der AU-Gipfel in Ruandas Hauptstadtt Kigali mit Marokkos Beitrittswunsch befassen wird, ist ungewiss. Im Mittelpunkt der Beratungen steht der kriegerische Konflikt im Südsudan. In der vergangenen Woche waren dort wieder heftige Kämpfe zwischen regulären Streitkräften und ehemaligen Rebellen ausgebrochen. Südsudans Präsident Salva Kiir hatte bereits vor Beginn des AU-Gipfels die Stationierung zusätzlicher internationaler Truppen in seinem Land abgelehnt.

Gleichstellung von Frauen

Weitere Schwerpunktthemen des Gipfels sind die politische Krise in Burundi sowie Menschenrechte und die Gleichstellung von Frauen. "Viele Regierungen in Afrika haben diskriminierende Gesetze, die Frauen verbieten, Eigentum zu besitzen oder zu erben, ein Bankkonto zu haben oder Missbrauchtäter strafrechtlich zu verfolgen", sagte die die Leiterin der zuständigen AU-Kommission, Mahawa Kaba Wheeler.

Die Afrikanische Union hat 54 Mitgliedsländer, nahezu alle Staaten des Kontinents gehören der Organisation an. Das Staatenbündnis sucht nach einem neuen Finanzierungsmodell. Derzeit stellen afrikanische Länder nur 212 Millionen des mit rund 781 Millionen US-Dollar geplanten Budgets der AU für 2017. Den Rest steuert die internationale Gemeinschaft bei.

wl/wa (afp, dpa)