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Aktuell Afrika

Marokkaner fordern den Wandel

Hunderte Menschen haben in Marokko erneut gegen die Regierung demonstriert. Sie fordern politische und soziale Reformen. Die Hoffnung der Organisatoren erfüllten die Proteste jedoch nicht.

Noch im Mai ging ein regelrechter Aufschrei durch Marokko: Zehntausende Menschen machten ihrem Ärger und ihrer Wut über die Politik Luft und gingen auf die Straßen. Die Bewegung des 20. Februar, Menschrechtsgruppen und Gewerkschaften, die zu den Demonstrationen aufgerufen hatten, konnten sich auf eine breite Basis stützen.

Nur drei Monate später ist davon wenig übrig geblieben. Zwar folgten noch immer Hunderte Marokkaner dem neuen Protestaufruf. Doch selbst in Casablanca, dem Zentrum der Demonstrationen, gingen nur noch rund 1000 Menschen auf die Straßen, wie Augenzeugen berichteten. Auch in der Hauptstadt Rabat, in Marrakesch und Tanger folgten lediglich 200 bis 300 Marokkaner dem Aufruf.

Für viele Marokkaner zu teuer

Die Organisatoren werfen der neuen Regierung unter dem als gemäßigt geltenden Islamisten Abdelilah Benkirane vor, Wahlversprechen nicht zügig genug umzusetzen. Die Arbeitslosigkeit ist gleichbleibend hoch, Korruption gehört weiterhin zum Tagesgeschäft und die Lebenshaltungskosten steigen. Vor allem der jüngste sprunghafte Anstieg der Benzinpreise hat viele Menschen verärgert. Benkiranes Regierung hat die Subventionen darauf gestrichen, wodurch sich nun auch andere Güter verteuert haben.

Außerdem forderten die Demonstranten die Freilassung politischer Aktivisten, die bei nicht genehmigten Protesten festgenommen und zu hohen Haftstrafen verurteilt worden waren.

Reformen statt Revolution

Wie in anderen arabischen Staaten hat sich auch in Marokko im Zuge des Arabischen Frühlings Anfang 2011 eine Protestbewegung gebildet - die Bewegung des 20. Februar.

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Anders als in Tunesien oder Ägypten ging es in der nordafrikanischen Monarchie allerdings nicht darum, sich eines verhassten Machthabers zu entledigen. Die Marokkaner stehen in großer Mehrheit hinter ihrem König. Mohammed VI. wird als Garant für Stabilität gesehen. Die Bewegung tritt daher vor allem gegen soziale Ungerechtigkeit ein und fordert durchgreifende politische und wirtschaftliche Reformen.

nis/wa (afp, rtr)

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