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Aktuell Afrika

Marine holt Ausländer aus dem Jemen

Die chinesische und die türkische Marine haben Ausländer aus dem umkämpften Jemen gerettet. Darunter sind auch drei Deutsche. Die Lage in dem Land bleibt angespannt.

Eine Fregatte habe die 225 geretteten Ausländer von der Hafenstadt Aden aus in die ostafrikanische Republik Dschibuti gebracht, teilte das chinesische Außenministerium auf seiner Internetseite mit. "Das chinesische Schiff war zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle", sagte ein Diplomat. Die Aktion sei sehr riskant gewesen.

Das staatliche chinesische Fernsehen zeigte Bilder von der Ankunft der Flüchtlinge in Dschibuti. Unter ihnen befanden sich vor allem Pakistaner. Auch Staatsbürger aus Äthiopien, Singapur, Italien, Polen, Kanada, Irland und Großbritannien sowie aus dem Jemen selbst wurden nach chinesischen Angaben in Sicherheit gebracht. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte die Evakuierung der drei Deutschen. "Wir sind der chinesischen Regierung für die geleistete Unterstützung sehr dankbar", sagte sie.

China lässt Staatsbürger aus dem Jemen bringen (Foto: Reuters)

Die chinesische Marine brachte etliche Ausländer aus dem Jemen, darunter drei Deutsche

Die Regierungen der Herkunftsstaaten hätten China um Hilfe gebeten, erklärte das Außenministerium in Peking. China hatte zuvor bereits 571 eigene Staatsbürger sowie acht Ausländer, die für chinesische Firmen arbeiten, in Sicherheit gebracht.

Rückschlag für Huthi-Rebellen

Auch die Türkei führte eine Rettungsaktion durch: Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu teilte über Twitter mit, die Marine seines Landes habe 55 türkische Staatsbürger aus dem Jemen evakuiert.

Im Jemen tobt ein Bürgerkrieg, seitdem die schiitische Huthi-Miliz dort die Macht an sich gerissen hat. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärallianz bombardiert die Rebellen unter anderem in der Hauptstadt Sanaa. Die Koalition konnte die Huthi-Miliz in die Defensive drängen. Unter dem Druck von Angriffen zogen sich die Rebellen in der Nacht zum Freitag in der umkämpften Hafenstadt Aden ein Stück weit zurück und räumten den Präsidentensitz, wie ein örtlicher Verantwortlicher mitteilte. Die Residenz des vor einer Woche nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi war erst am Donnerstag von den Rebellen gestürmt worden.

Ebenfalls in der Nacht versorgte die arabische Militärallianz aus der Luft die notleidende Bevölkerung in Aden. Nach Angaben der Hafenbehörden wurden Lebensmittel und Medikamente abgeworfen, aber auch Waffen und Munition. Laut UN wurden im Jemen binnen zwei Wochen mehr als 500 Menschen getötet.

pg/haz (dpa, rtr, afp)