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Filme

Marilyn Monroe: Tapfer lieben

Marilyn Monroe hat auch geschrieben: Tagebücher, Gedichte, Briefe - all das tauchte auf dem Dachboden einer Erbin in den USA auf. In Deutschland hat der Fischer-Verlag daraus ein Buch gemacht.

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Darf man das? Oder besser: hat das Stil? Aufzeichnungen, die wohl niemals für ein größeres Publikum vorgesehen waren, zu veröffentlichen? "Marilyn Monroe. Tapfer lieben. Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe" heißt der Band, der vor kurzem auch in Deutschland erschien. Als die Monroe 1962 im Alter von 36 Jahren starb, bekam ihr Schauspiellehrer Lee Strasberg den größten Teil des Nachlasses. Vieles wurde im Laufe der Jahre versteigert oder in Museen ausgestellt.

Doch eben nicht alles. Zwei Kisten mit Zetteln und Aufzeichnungen fand die spätere Ehefrau des legendären Schauspielgurus, Anna Strasberg, vor kurzem beim Ausmisten auf ihrem Dachboden. Es waren Schreibversuche der Monroe, Gedichte und kurze Prosatexte, aber auch Kochrezepte und einfache, belanglose Notizen. Auch persönliche Bekenntnisse waren darunter, hingekritzelt auf Hotelpapier, Versuche einer Selbstanalyse. Marilyn Monroe war eine höchst sensible Person, aber wohl auch eine labile Persönlichkeit. Das ist schon länger bekannt.

Marilyn Monroe posiert am Strand (Foto: AP Photo/Brooklyn Museum of Art)

Die junge Marilyn Monroe am Strand 1949

Auch, dass sie so gar nicht dem vielfach wiederholten Klischee des dummen Blondchens und der von ihr auf der Leinwand verkörperten Figur der süßen, aber naiven Frau entsprach, auch das weiß man inzwischen. Sie las anspruchsvolle Romane von Proust und Kafka, Joyce und Flaubert. Und sie versuchte auch, selbst zu schreiben, ihr Gefühl zu ergründen:

"Woran glaube ich
Was ist Wahrheit
Ich glaube an mich,
meine empfindlich
flüchtigsten Gefühle
am Ende ist alles
flüchtig
mein kostbarster Tropfen
darf nicht vergossen werden
halt unvergossen den kostbarsten Tropfen
Lebenskraft
es sind alles meine Gefühle
egal was passiert.
Mein Gefühl fließt
nun mal nicht
in Worte-"

Marilyn Monroe mit Brille 1961 (Foto: PRNews/Eagle National Mint)

Um ein anderes Image bemüht: Marilyn Monroe ein Jahr vor ihrem Tod

So werfen viele ihrer Texte ein Schlaglicht auf ihre Psyche. Man kann ahnen, welche Kämpfe sie auszufechten hatte jenseits der Kameras, wenn die Scheinwerferlichter erloschen - in den Hotelzimmern, allein, beim Lernen der Drehbuchtexte, beim Warten auf den nächsten Einsatz. "Allein!!!!!Ich bin allein - ich bin immer allein - egal was.", schreibt sie in eines ihrer schwarzen Notizhefte Anfang der 1950er Jahre.

Da hatte sie ihre großen Erfolge von "Blondinen bevorzugt" über "Das verflixte 7. Jahr" bis hin zu "Manche mögen's heiß" noch vor sich. Das ganze Jahrzehnt schrieb sie weiter. Nicht kontinuierlich und wohl auch niemals mit dem Gedanken, dies einmal zu veröffentlichen. Dass dies nun doch geschehen ist, darüber kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Fest steht aber auch: Es sind schon viele unwichtigere und belanglosere Bücher über Marilyn Monroe erschienen.

Autor: Jochen Kürten
Redaktion: Gabriela Schaaf

Marilyn Monroe: Tapfer lieben. Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe, S. Fischer Verlag 2010, 272 Seiten, 24,95 Euro, ISBN: 978-3-10-043702-0.

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