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Sport

Maria Riesch holt Gesamtweltcup

Ein Finale, das keines war: Weil das letzte Saisonrennen wegen Regens abgesagt wurde, feierte Maria Riesch ihren ersten Gesamtweltcup-Sieg ohne einen Meter gefahren zu sein. Verdient war der knappe Sieg dennoch.

Maria Riesch mit der großen Kristallkugel (Foto: AP)

Riesch ist stolz auf ihre erste große Kristallkugel

Knapper ging es kaum: Eine komplette Skisaison mit 32 Rennen liegt hinter den schnellsten Skiläuferinnen der Welt und am Ende trennen die Erste und die Zweite gerade mal drei Punkte. Maria Riesch holte 1.728, die US-Amerikanerin Lindsey Vonn 1.725 Punkte. Das ist in etwa so, als ob die Deutsche Fußball-Meisterschaft nur durch das Torverhältnis entschieden würde.

Maria Riesch in Aktion (Foto: AP)

Nach 32 Saisonrennen um drei Punkte besser: Maria Riesch holt erstmals den Gesamtweltcup

Maria Riesch hat mit diesem Sieg Geschichte geschrieben: Als dritte deutsche Skirennfahrerin nach Rosi Mittermaier (1976) und Katja Seizinger (1996, 1998) gewann die Partenkirchenerin den alpinen Gesamtweltcup und holte sich damit nach Weltmeistertiteln und Olympiasiegen die Trophäe, die ihr noch fehlte. Und im Moment des Triumphs verdrückte Maria Riesch eine Träne. Nachdem sie die erlösende Nachricht von der Absage des letzten Riesenslaloms im schweizerischen Lenzerheide per Funk erfahren hatte, fiel die Doppel-Olympiasiegerin ihrer Teamkollegin Viktoria Rebensburg mit feuchten Augen um den Hals und stieß im Mannschaftsquartier mit einem Glas Prosecco an.

Rebensburg holt Riesenslalom-Weltcup

"Das ist das Größte überhaupt für mich", freute sich Riesch wenig später im Schneetreiben an der Strecke. "Ich bin eigentlich nicht der Typ, der Freudentränen vergießt. Aber in der Situation war es so eine Befreiung und so eine Riesenanspannung, die abgefallen ist." Auch Rebensburg durfte feiern, denn sie hat dank ihrer Führung in der Disziplin-Wertung und der Absage die Kleine Kugel als beste Riesenslalom-Läuferin der Saison sicher. Nach seinem um 0,25 Sekunden verpassten Sieg im Slalom gratulierte auch Felix Neureuther, der eine nicht zufriedenstellende Saison mit einer "verbockten WM" beim Tageserfolg von Giuliano Razzoli (Italien) als Renn-Dritter beendete. "Ich habe mich wirklich sehr gefreut für Maria. Sie hat in diesem Jahr die Große Kugel absolut verdient. Sie war über das ganze Jahr gesehen besser als Lindsey", sagte der 26-Jährige und empfand auch die Trophäe für Rebensburg und seinen dritten Platz als erfreulich für den so spannenden Saisonausklang.

Maria Riesch mit ihrem Verlobten Marcus Höfl (Foto: dpa)

Bei der Heim-WM plagte sie noch eine Erkältung

Das US-amerikanische Team beklagte hingegen den Rennausfall. Eine emotional mitgenommene Vonn war "am Boden zerstört" und brauchte lange, bis sie wieder zu Worten fand. Nachdem bereits der Super-G am Donnerstag (17.03.2011) Regen und Schnee zum Opfer gefallen war, hatte Maria Riesch den hauchdünnen Vorsprung am Tag zuvor durch einen vierten Platz im Slalom in der Weltcup-Gesamtwertung erreicht. "Lindsey wird sauer sein. Vielleicht ist es für sie ein Trost, dass sie die letzten drei Jahre gewonnen hat", meinte Riesch.

Dem Weltverband FIS blieb nach eigenen Worten aber keine andere Wahl. "Wir haben nicht die Schneeverhältnisse, die wir brauchen, um ein Rennen zu fahren. Wir wollten nicht zwei, drei Läuferinnen runterschicken, um dann abzubrechen", meinte Renndirektor Atle Skaardal.

Autor: Joscha Weber (mit sid/dpa)

Redaktion: Stefan Nestler