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Kultur

Marco W. ist frei

Der wegen sexuellen Missbrauchs eines britischen Mädchens in der Türkei angeklagte deutsche Schüler Marco W. ist nach acht Monaten Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. Der Prozess soll jedoch weitergehen.

Junge in hellem Sweater zwischen zwei blau uniformierten Polizisten (Quelle: AP Photo/Ibrahim Laleli/Hurriyet)

Marco W.: Haft zu Ende - Verfahren geht weiter

Gefängnisgebäude hinter Stacheldraht (Quelle: dpa)

Acht Monate saß der Schüler in einem Gefängnis in Antalya

Ein Gericht in der Türkei hat den seit Ostern inhaftierten Schüler Marco W. auf freien Fuß gesetzt. Das Gericht im Urlaubsort Antalya entschied am Freitag (14.12.2007) zudem, dass der 17-jährige Niedersachse das Land verlassen darf. Das Verfahren gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen Urlaubsbekanntschaft wird am 1. April fortgesetzt. Die Nebenklage dringt auf eine Verurteilung wegen Vergewaltigung. Anwalt Ömer Aycan kündigte an, er werde Beschwerde gegen Marcos Freilassung einlegen.

Noch vor der Anhörung ging Marcos Anwalt nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass sich das Gericht inhaltlich mit den Anklagevorwürfen auseinandersetze. Auch Aycan hatte gesagt, er rechne nicht mit einer schnellen Entscheidung. Zu der Anhörung am Freitag erschien auch der SPD-Europaabgeordnete Vural Öger. Nach Angaben seines Büros besuchte der Reiseunternehmer den Jugendlichen am Donnerstagabend im Gefängnis.

Kritik an langer U-Haft

Strand mit Urlaubern (Quelle: AP)

Ferienflirt mit Folgen: Marco und Charlotte waren beide zum Urlaub in der Nähe von Antalya

Marco wurde während der Ferien mit seinen Eltern im Touristenzentrum Antalya an der Mittelmeerküste festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die 13-jährige Britin sexuell missbraucht zu haben. Der Junge hat erklärt, er habe im Einvernehmen mit dem Mädchen gehandelt. Außerdem habe das Mädchen vorgegeben, 15 Jahre alt zu sein.

Mehrere Haftbeschwerden der Anwälte des Jugendlichen hatte das Strafgericht in Antalya in den vergangenen Monaten abgewiesen. Die lange Dauer der Untersuchungshaft wurde von Experten als besonders hartes Vorgehen der türkischen Justiz kritisiert.

EU-Konsequenzen

Zuletzt hatte sich EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn in den Fall eingeschaltet und erklärt, die EU-Kommission verfolge ihn genau. Dabei werde besonders auf die Einhaltung der Menschenrechte geachtet. Die Bundesregierung erwog zudem, eine Klage gegen die lange Untersuchungshaft vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu unterstützen. (rri)

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