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Sport

Marco Reus lässt Zukunft offen

Zurück in der Kälte, aber mit viel Optimismus im Gepäck: Der Tabellenvorletzte Borussia Dortmund ist aus dem Trainingslager zurück und hofft nun in mehrfacher Hinsicht auf seinen Star Marco Reus.

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Marco Reus: Wir müssen wieder punkten

Was für ein Kontrast. Hängende Köpfe, triste Minen, Sprachlosigkeit noch Ende Dezember. Und nun: Lachende Gesichter, spielerische Leichtigkeit und jede Menge Spaß auf dem Platz im Trainingslager im spanischen La Manga. Zwischen diesen beiden Szenen liegen nur vier Wochen. Seit der letzten von sage und schreibe zehn Bundesligapleiten gegen Mit-Abstiegskandidat Werder Bremen versuchen sie bei Borussia Dortmund vor allem eines: das Selbstvertrauen wieder zu finden. Und laut Abwehrchef Mats Hummels ist das auch gelungen: "Ich glaube, wir sind besser", meinte Hummels knapp und klingt dabei einerseits überzeugt. Andererseits wirken viele Aussagen der Borussen dieser Tage auch wie der Versuch, sich selbst Mut zu machen.

Platz 17 nach der Hinrunde, gerade einmal 15 magere Pünktchen auf dem Konto - die sportliche Bilanz des millionenschweren Dortmunder Kaders ist katastrophal. In anderen Vereinen mit ähnlichen Ansprüchen wie sie der BVB hat, hätte der verantwortliche Trainer längst seinen Hut nehmen müssen. In Dortmund aber darf Jürgen Klopp seine stilprägende "Pöhler"-Kappe aufbehalten. Sie wissen, was sie ihm zu verdanken haben. Sein Kredit bei Klubführung und Fans ist riesig. Dennoch weiß Klopp, dass er und sein Team nun wieder liefern müssen.

"Der Druck wird noch größer werden"

"Wir haben gut trainiert, an vielen Abläufen gearbeitet, jetzt werden wir noch daran feilen und dann geht's los. Wir haben noch zwei Wochen Zeit", meinte der BVB-Coach bei der Ankunft am Dortmunder Flughafen mit Blick auf den Rückrunden-Start am 31. Januar bei Bayer Leverkusen. Fehlen werden dort höchstwahrscheinlich Sebastian Kehl, der sich in einem Testspiel eine Schulterverletzung zuzog, und vielleicht auch Kevin Großkreutz, der sich einen kleinen Anriss des Sprunggelenkes einhandelte. Verletzungssorgen sind aber keine Ausrede mehr für den kriselnden Verein. "Der Druck wird in den nächsten Spielen noch größer werden. Wir werden darauf vorbereitet sein", so Klopp. Das unterstrich auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Wir müssen das Potenzial, was wir haben, wieder auf dem Platz umsetzen. Uns geht es darum, dass wir uns von den Abstiegsrängen so schnell wie möglich entfernen."

Borussia Dortmund im Trainingslager (Foto: Marius Becker/dpa)

Endlich wieder große Sprünge? Der BVB arbeitete in La Manga an Form und Selbstvertrauen.

In der Sonne von La Manga schien der Abstiegskampf gefühlt weit entfernt zu sein und war doch ständig präsent. Auch bei Topstar Marco Reus: "Wir müssen jetzt wieder Punkte einfahren, egal wie, Hauptsache wir holen die Punkte. Dann kommt auch das Selbstvertrauen", glaubt der wieder genesene kreative Kopf der Mannschaft. Er könne wieder "alles mitmachen", sagte Reus im ARD-Interview und zeigte sich zufrieden mit seinem Heilungsverlauf. Klar ist: Borussia Dortmund braucht seinen Mittelfeldregisseur momentan mehr als je zuvor, wirkte in der Rückrunde geradezu von ihm abhängig. Doch genau jetzt scheint sein Verbleib beim BVB mehr als ungewiss.

"Wir sind im Gespräch mit Marco"

Denn in einem Punkt ließ sich der Nationalspieler im ARD-Interview nicht in die Karten schauen: "Ich glaube, dass es egal ist, wessen Vertrag gerade ausläuft. Der Verein ist jetzt wichtig", antwortete Reus ausweichend auf die Frage, wo er denn nun seine sportliche Zukunft sieht. Seit Wochen brodelt es in der Transfer-Gerüchteküche und Reus ausbleibendes Bekenntnis zu seinem aktuellen Verein heizt die Debatte weiter an. Real Madrid und der FC Bayern München sind dem Vernehmen nach stark an den Diensten von Reus interessiert, mit wem er genau verhandelt, ist nicht bekannt. "Wir sind im Gespräch mit Marco. Eine Entscheidung, ob er bleibt oder geht, kann nicht bis zum Sommer warten", sagte Zorc und Hans Joachim Watzke sprach von einer "Chance", dass Reus bleibt.

So richtig zuversichtlich klang all das nicht. Reus wird sich derzeit wohl auch überlegen, ob er nächstes Jahr in der Champions League spielen will oder nicht. Bei Dortmund jedenfalls wird das angesichts des großen Rückstandes auf die Konkurrenz wohl kaum noch klappen.

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