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Wissenschaft

March for Science - Demos für die Freiheit der Forschung

Aus Sorge um Einschränkungen der Wissenschaft haben weltweit Tausende am "March for Science" teilgenommen. Die zentrale Veranstaltung fand in Washington statt.

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March for Science

Auch wenn rund um den Globus bei insgesamt rund 600 Veranstaltungen die Menschen für Freiheit der Forschung auf die Straße gingen: Die Idee für den Protestmarsch kommt aus den Vereinigten Staaten. US-Wissenschaftler wollten ein Zeichen gegen die Politik von Präsident Donald Trump setzen. Der hatte deutlich gemacht, nicht an einen durch Menschen verursachten Klimawandel zu glauben. Außerdem, so Kritiker in Wissenschaft und Forschung, versuche der US-Präsident Wissenschaftlern in staatlichen Organisationen wie der Environmental Protection Agency und dem National Parks Service den Mund zu verbieten. Der Protest sei also ein "erster Schritt einer globalen Bewegung zur Verteidigung der lebenswichtigen Rolle, die die Wissenschaft für unsere Gesundheit, Sicherheit, Wirtschaft und Regierung spielt", heißt es auf der Internetseite des amerikanischen March of Science.

Mehr als 20 Aktionen in Deutschland

Den Auftakt machten Demonstrationen in Australien und Neuseeland, wo mehr als 10.000 Teilnehmer in verschiedenen Städten marschierten. Ob München oder Bonn, Frankfurt oder Berlin - auch in Deutschland gab es mehr als 20 Aktionen.

In der deutschen Hauptstadt beteiligten sich laut Organisatoren etwa 11.000 Menschen, die dabei auch das deutsche Volkslied "Die Gedanken sind frei" anstimmten. "Nicht mal deine Mudda leugnet den Klimawandel", war dort auf einem Transparent zu lesen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller betonte: "An der Freiheit der Wissenschaft lassen wir nicht rütteln."

In Amsterdam versammelten sich schätzungsweise 2000 Menschen zu einer March-for-Science-Kundgebung. Teilnehmer hatten die Möglichkeit Dankesbotschaften an die Wissenschaft auf Plakatwände zu schreiben. "Hast du die Pest? Ich auch nicht. Danke, Wissenschaft!", war eine der Botschaften in der niederländischen Metropole. Auch in Osteuropa marschierten Demonstranten für die Wissenschaft, wenn auch in kleinerem Rahmen. So gingen in Bratislava geschätzt 100 Leute auf die Straße. Die Wissenschaft habe es zwar zurzeit schwer, lasse sich aber nicht unterkriegen, sagten Demoteilnehmer in der slowakischen Hauptstadt.

March For Science in Berlin (picture alliance/NurPhoto/E. Contini)

Demonstranten in Berlin: Mehr als 20 Aktionen in Deutschland

Der Hauptprotestzug zog aber durch die US-Hauptstadt Washington - bei strömendem Regen. Einige Demonstranten hatten dort ihre Protestbotschaften gleich auf ihre Regenmäntel geschrieben, andere trugen statt Kapuzen Hüte, die aussahen wie Gehirne oder Tintenfische.

Anti-Trump-Parolen

Doch aus der Forschungsgemeinde kommt auch Kritik an den globalen Protesten: Einige Wissenschaftler werfen der Bewegung vor, diese würde versuchen, die Forschung zu politisieren. Die March-of-Science-Organisatoren betonen hingegen, dass sie für die Wissenschaft und Faktentreue auf die Straße gingen und nicht gegen einen bestimmten Politiker oder eine Regierung. Das Leugnen gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse sei ein weltweites Problem.

Dennoch gab es auch jede Menge Anti-Trump-Parolen auf den verschiedenen Demos. So hieß es unter anderem "Make Science Great Again" auf Transparenten - in Anspielung auf den Slogan des US-Präsidenten "Make America Great Again".

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