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Bundesliga

Marc Bartra: "Diesen Moment werde ich nie vergessen"

Marc Bartra erlebte in der vergangenen Saison eine emotionale Achterbahnfahrt bei Borussia Dortmund: erst beim Bomben-Anschlag verletzt, später Pokalsieger. Eine Erfahrung, die ihn noch enger an den Verein gebunden hat.

Nur wenige Städte verbinden den Alltag und das schöne Spiel so nahtlos wie die Ruhrgebietsmetropole Dortmund. Die Farben Schwarz und Gelb dominieren die Straßen, in den Kneipen und auch an Orten, an denen eigentlich nicht Fußball spielen kann. Bei solch enthusiastischen Fans ist es kein Wunder, dass der frühere Barcelona-Spieler Marc Bartra in Dortmund mehr als glücklich ist und die Stadt als seine neue Fußball-Heimat bezeichnet. Bartra kommt das schnelle Angriffsspiel des BVB - ein Markenzeichen des Klubs - ganz offensichtlich zupass. Aber der wahre Grund, weshalb er in die Ruhrregion gekommen ist: Dortmund ist für ihn mehr als ein Verein. 

DW: Was hat Sie dazu bewegt, zu Borussia Dortmund zu gehen?

Marc Bartra: Bevor ich hierher gekommen bin, habe ich ein paar Videos der Dortmund-Fans gesehen, von der Atmosphäre hier. Ich habe sofort Gänsehaut bekommen. Das war's!

DW: Wie ist Ihr Kontakt zu den Fans?

Die Fans sind total wichtig! Ich bin davon überzeugt: Wenn du Liebe gibst, bekommst du Liebe zurück. Du erntest immer, was du säst. Und während des Spiels musst du Selbstvertrauen haben. So gewinnst du die Fans für dich. Und das wiederum gibt dir dann noch mehr Selbstvertrauen. Glaube an dich, und du wirst den Glauben der Fans gewinnen.

Ich hatte eine fantastische Zeit in Barcelona. Aber was ich hier in Dortmund erlebt habe, als ich nach meiner Verletzung zurückkam, das war völlig neu für mich. Da hatte ich gerade einen furchtbaren Monat hinter mir.

Explosion am BVB Bus (Privat)

Der Anschlag auf den BVB-Bus ereignete sich kurz vor dem Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Monaco

Wie haben Sie den 11. April 2017 erlebt? Und was hat sich in Dortmund nach dem Bombenanschlag auf den BVB-Teambus geändert? Sie sind verletzt worden bei diesem Anschlag.

Ich konnte es nicht fassen! Es gibt keine Worte, um das zu beschreiben. In den ersten Stunden und Tage im Krankenhaus habe ich versucht, nicht daran zu denken. Ich wollte einfach vergessen, wo ich war.

Dann habe ich angefangen, fernzusehen und Social Media zu verfolgen, habe gesehen, wie Menschen sich gegenseitig unterstützt haben. Es hat mich so beeindruckt, wie unsere Fans die Monaco-Fans zu sich nach Hause eingeladen haben. Das hat mich sehr berührt. Wenn du wirklich harte Zeiten wie diese erlebt hast, dann weißt du die Menschen zu schätzen, die dich unterstützen und dich mögen. Und das alles ist während meines ersten Jahres hier beim BVB passiert.

Als ich wieder auf das Spielfeld zurückgekehrt bin - das war unglaublich. Ich habe Gänsehaut bekommen, als alle Fans meinen Namen gesungen haben. Nach dem Spiel bin ich zu den Fans gegangen. Diesen Moment werde ich nie vergessen.

Wie würden Sie den typischen Dortmund-Fan beschreiben?

Als loyal. Das ist das treffende Wort. Loyal, ohne Bedingungen. Wir hatten viele Glückssträhnen. Aber selbst wenn wir mal zwei, drei Spiele verloren haben oder als wir gegen den FC Bayern verloren haben - die Fans muntern uns immer auf.

Sie gehören zu den Lieblingsspielern vieler BVB-Fans. Besonders junge Mädchen tragen das Trikot mit Ihrem Namen.

[lacht]. Davon weiß ich nichts. Ich habe echt keine Ahnung. Da müsst ihr die Mädchen fragen. Aber ich glaube, da ist nichts Schlechtes dran.

Was wäre der Fußball ohne die Fans?

Das wär dann wirklich kein Fußball mehr. Das Spiel lebt von den Fans!

Marc Bartra ist ein katalanischer Verteidiger. Mit elf Jahren spielte er in Barcelonas Jugendakademie. Als Erwachsener war er vier Spielzeiten er beim FC Barcelona unter Vertrag, bevor er 2016 zu Dortmund wechselte. Am 11. April 2017 wurde sein Arm beim Bombenanschlag auf den BVB-Teambus verletzt.

Das Interview führte Israel Dehesa