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Fußball

Maradona - die "Hand Gottes" wird Nationaltrainer Argentiniens

Diego Maradona, Fußball-Weltmeister von 1986, soll Argentinien zur WM 2010 in Südafrika führen.

Fußball-WM '86: Diego Maradona und Carlos Bilardo jubeln

Fußball-WM '86: Diego Maradona und Carlos Bilardo jubeln

Zur Fußball-Legende machte sich Diego Maradona selbst: Bei der WM 1986 in Mexiko steuerte er einen Treffer zum 2:1-Sieg über England bei. Irregulär allerdings, mit der linken Hand nämlich. Der Schiedsrichter sah das Vergehen nicht und gab das Tor. Das war die "Hand Gottes", rechtfertigte Maradona diese Regelwidrigkeit, die ihn in Argentinien zum Nationalhelden machte.

Der Held wird zum Chef

Jetzt ist Maradona am Ziel seiner Träume. Er übernimmt das Amt des Nationaltrainers als Nachfolger von Alfio Basile, der nach der Niederlage Argentiniens in der WM-Qualifikation gegen Chile seinen Rücktritt erklärt hatte. Diese Berufung ist für den einstigen Star des SSC Neapel und des FC Barcelona so wichtig "wie die Geburt meiner Töchter Dalma und Giannina".

Zur Seite steht Maradona ein alter Vertrauter. Carlos Bilardo, der Trainer der Weltmeistermannschaft von 1986, wird in der Funktion des Managers seine Erfahrung einbringen: "Ich möchte mit Diego zusammenarbeiten". Maradona ist der Wunschkandidat von Argentiniens Verbandspräsident Julio Grondona. Mit ihm und Bilardo an seiner Seite sieht Maradona optimistisch in die Zukunft.

"Ich glaube, das Projekt, das Julio will, passt perfekt zu dem, was Bilardo will, und was ich für die Nationalmannschaft will". Erfolge als Trainer kann Maradona bislang allerdings kaum aufweisen. Seine Engagements bei den argentinischen Vereinen Deportivo Mandiyu und beim Racing Club währten Mitte der 90er Jahre nur kurz, die Verträge endeten vorzeitig.

Keine Zeit für Experimente

Maradona bleibt kaum Zeit, der argentinischen Nationalmannschaft seinen Stempel aufzudrücken. Das Team muss um die Qualifikation für die WM 2010 fürchten. In der Südamerika-Gruppe liegt Argentinien derzeit auf Platz drei. Das würde zwar reichen, Pleiten kann sich das Team aber nicht mehr erlauben.

Und so muss Maradona vor allem sein angespanntes Verhältnis zu Superstar Lionel Messi vom FC Barcelona klären. Interner Streit könnte den Weg zur Weltmeisterschaft sonst schnell blockieren. Trotzdem will der neue Coach nichts überstürzen: "Zunächst werde ich mit jedem Spieler reden, einen nach dem anderen überzeugen".

Die ersten Fürsprecher haben sich bereits zu Wort gemeldet. Carlos Tevez von Manchester United freut sich auf die Arbeit mit dem neuen Trainer: "Kann es für einen Spieler eine bessere Motivation geben, als Diego zum Trainer zu haben ?", sagte Tevez in einer ersten Reaktion.

Aufstieg aus tiefem Tal

Maradona in schlechten Zeiten

Maradona in schlechten Zeiten

Das Comeback Maradonas ist umso bemerkenswerter, als der einstige Nationalmannschafts-Kapitän in den zurückliegenden Jahren vor allem durch gesundheitliche Probleme Schlagzeilen machte. Drogensucht und Übergewicht führten zu mehreren Klinikaufenthalten. Nach schweren Herzproblemen unterzog er sich auf Kuba einer Entziehungskur.

Jetzt - zu seinem 48. Geburtstag - ist Maradona wieder da. "Er ist das größte Idol der Welt, für mich ist er wie ein Gott" sagt ein Fan begeistert und ein anderer fügt hinzu: "Er ist unser wichtigster Führer, unsere Identität, das Größte, was in der Geschichte passiert ist".



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