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Sport

Maradona darf nicht weiter trainieren

Die 0:4-Schlappe gegen Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft war der letzte große Auftritt für Diego Maradona als argentinischer Nationaltrainer. Gespräche über eine Vertragsverlängerung blieben erfolglos.

Maradona bei der 0:4-Niederlage Argentiniens gegen Deutschland bei der WM (Foto: AP)

Ein hartes Spiel: Maradona bei der 0:4-Niederlage Argentiniens gegen Deutschland bei der WM

Das argentinische Fußball-Idol Diego Maradona wird die Nationalmannschaft seines Landes künftig nicht mehr trainieren. Ein Sprecher des nationalen Fußballverbandes AFA bestätigte am Dienstag (27.07.2010, Ortszeit) die Entscheidung des Exekutivkomitees, die Zusammenarbeit mit Maradona nicht fortzusetzen.

Differenzen über Maradonas Bedingungen

"Das Komitee hat entschieden, dass der Vertrag nicht verlängert wird", sagte AFA-Sprecher Cherquis Bialo in Buenos Aires. Zwischen Maradonas Forderungen und den Möglichkeiten des Verbandes habe es keine Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit mehr gegeben. Damit läuft der Vertrag am kommenden Samstag aus.

Mehrere Aufnahmen von Diego Maradona bei der FIFA-WM 2010 in Südafrika (Foto: AP)

Zwischen Freud und Leid: Diego Maradona bei der FIFA-WM 2010 in Südafrika

Noch in der vergangenen Woche hatte der AFA Maradona eine Verlängerung seines Nationaltrainer-Vertrags um vier Jahre bis zur nächsten Fußball-WM in Brasilien angeboten. Erst nach längerem Zögern hatte der 49-Jährige schließlich vor dem zweistündigen Treffen mit AFA-Chef Julio Grondona seine Bereitschaft erklärt, sein Engagement fortzusetzen.

Dafür machte er allerdings die weitere Zusammenarbeit mit seinen Assistenten zur Bedingung. "Wenn sie an meine Mitarbeiter wollen, bin ich weg", sagte der Coach in einem Fernsehinterview. Doch Grondona beharrte offensichtlich auf einer Trennung von Alejandro Mancuso und Hector Enrique.

"Hand Gottes" - aber kein Händchen für das Traineramt

Maradona, der Argentinien 1986 als Spieler zum WM-Titel führte und im Land trotz seiner zahlreichen Eskapaden den Status eines Volkshelden genoss (siehe Porträt: "Diego Maradona - Fußballer, Mensch, Gott"), hatte sein Amt im Oktober 2008 angetreten. Ihm gelang es allerdings nicht, eine wirkliche Mannschaft zu formen. Argentinien schaffte nur mit allergrößter Mühe die Qualfikation für die WM in Südafrika.

Fans protestieren für eine Vertragsverlängerung Maradonas (Foto: AP)

Fans protestieren für eine Vertragsverlängerung Maradonas

Dort präsentierte sich seine Mannschaft allerdings in der Vorrunde und im Achtelfinale gegen Mexiko in deutlich besserer Verfassung, wurde jedoch im Viertelfinale von der deutschen Elf jäh aus allen Träumen gerissen. Maradona vertraute besonders auf die individuelle Klasse der Angreifer - doch Barcelonas torloser Star Lionel Messi blieb weit hinter den Erwartungen zurück.

Einen Nachfolger für Maradona gab der argentinische Fußballverband noch nicht bekannt. Beim Länderspiel der Gauchos am 11. August in Dublin gegen Irland sitzt interimsweise Maradonas Weltmeister-Kollege Sergio Batista auf der Bank der Albiceleste. Bis zum Match am 7. September in Buenos Aires gegen Weltmeister Spanien will Verbandschef Grondona aber einen neuen Chefcoach gefunden haben.

Autor: Frank Wörner (sid, dpa, apn)
Redaktion: Thomas Grimmer

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