1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Asien

Maoisten richten Blutbad an

Indische Maoisten haben im Unionstaat Chhattisgarh 75 Sicherheitskräfte getötet und mehr als 20 Beamte verletzt. Es war der blutigste Angriff der Linksextremisten seit Jahren.

Polizisten bergen ein Opfer des Angriffs (Foto: AP)

75 Sicherheitskräfte wurden bei dem maoistischen Angriff getötet

Die Rebellen lockten am Dienstag (06.04.2010) einen Konvoi von 120 Bundespolizisten in einen Hinterhalt, der sich gerade auf dem Rückweg von einem mehrtägigen Einsatz gegen maoistische Kämpfer befand. Sie stoppten den Polizeikonvoi in einem Waldstück mit Sprengsätzen, bevor sie ihn von umliegenden Hügeln aus beschossen.

Rund 250 Maoisten, unterstützt von mehreren Hundert sympathisierenden Dorfbewohnern, seien am Angriff beteiligt gewesen, teilten die Behörden mit. Nach Angaben des indischen Innenministers Palaniappan Chidambaram sind die Sicherheitskräfte "in eine Falle geraten“, die die "wilde Natur“ und die "Brutalität“ der Rebellen beweise.

Gefährdung der nationalen Sicherheit Indiens

Maoistischer Kämpfer in Indien (Foto: AP)

Maoistischer Kämpfer in Indien

Der blutige Überfall auf die Bundespolizisten reiht sich in die Kette der maoistischen Angriffe in Indien ein. Erst am Sonntag kamen bei einer Attacke der Linksextremisten elf Beamte ums Leben. Mitte Februar zählte der Bundesstaat Westbengalen bei einer Offensive auf eine Polizeistation weitere 20 Todesopfer. Als größte Gefahr für die nationale Sicherheit bezeichnet Premierminister Manmohan Singh die maoistischen Bewegungen neben dem radikal-islamistischen Terrorismus. Obwohl die indische Regierung seit Ende des Jahres 2009 mit einer Offensive maoistische Angriffe bekämpfen will, scheint sich deren Einfluss im Osten, Süden und dem Zentrum des Landes kontinuierlich auszuweiten.

Maoisten wollen kommunistische Gesellschaft

In rund 200 der 626 indischen Distrikte operieren die Maoisten heute. Gegründet wurde ihre Bewegung Ende der 60er Jahre, als sich arme Landarbeiter mit der Unterstützung von linken Intellektuellen gegen Grundbesitzer und Regierung aufzulehnen begannen. Das damalige Widerstandszentrum der Linksextremisten war das indische Dorf Naxalbari, was den Aufständischen zu ihrem heutigen Namen der Naxaliten verhalf. Die Anhänger des einstigen chinesischen Partei- und Staatschefs Mao Zedong kämpfen für ein kommunistisches Gesellschaftsmodell.

Premierminister Singh (Foto: UNI)

Befürchtet eine Gefährdung der nationalen Sicherheit Indiens - Premierminister Singh

Mit der Gründung der maoistisch-kommunistischen Partei 2004 scheint die linksextreme Bewegung weiteren Zuwachs zu gewinnen. Als "roter Korridor“ erstreckt sie sich mittlerweile von der nepalesischen Grenze bis nach Tamil Nadu im Süden. Die Wurzeln des aktuellen maoistischen Kampfes liegen laut Suha Chakma, Direktor des Asiatischen Zentrums für Menschenrechte, in der wachsenden Schere zwischen der aufstrebenden indischen Gesellschaft und der armen Bevölkerung, die vom Wirtschaftsboom ausgeschlossen bleibt.

Autorin: Sina Schlimmer

Redakteur: Michael Wehling

Die Redaktion empfiehlt