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Unterlassene Hilfeleistung

Mann filmt sterbenden Motorradfahrer ohne zu helfen

Ein Gaffer hat in Baden-Württemberg einen sterbenden Motorradfahrer mit dem Handy gefilmt, anstatt zu helfen. Gegen ihn wird nun ermittelt. 

Ein Motorradunfall im Jahr 2014 in Hannover (picture-alliance/dpa/J. Stratenschulte)

Ein Motorradunfall im Jahr 2014 in Hannover

Nach einem schweren Motorradunfall bei Ulm hat ein junger Mann den später an seinen schweren Verletzungen verstorbenen Fahrer mit seinem Handy gefilmt, ohne zu helfen. Der Fahrradfahrer im Alter zwischen 20 und 25 Jahre habe nach dem Unfall am Sonntag noch vor Eintreffen der Rettungskräfte "unbeeindruckt die Unfallstelle und den Verletzten" gefilmt, teilte die Polizei in der Nacht zum Montag mit.

Der junge Mann behinderte demnach auch die Arbeit der Rettungssanitäter und des Notarztes. Gegen ihn werde nun wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Der Gaffer sei von einer sogenannten Dashcam gefilmt worden, hieß es.

Strengere Strafen

Der 29-jährige Motorradfahrer hatte zuvor trotz Verbots mehrere Autos überholt. Nach dem Überholmanöver auf der Bundesstraße 19 zwischen Heidenheim und Mergelstetten war er mit seinem Motorrad ins Schleudern geraten und zunächst gegen die Leitplanke und schließlich gegen eine Straßenlaterne geprallt. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Das zunehmend rücksichtslose Verhalten von Gaffern sorgt in Deutschland immer wieder für Diskussionen. Seit Ende Mai gilt es als Straftat, bei Unglücksfällen vorsätzlich Einsatzkräfte zu behindern, die Hilfe leisten oder leisten wollen. Darauf stehen nun Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Haft. 

stu/sam (afp, dpa)

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