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Aktuell Afrika

Manipulationsvorwürfe überschatten Wahl in Simbabwe

Nach der Parlaments- und Präsidentenwahl bahnt sich ein neuer Konflikt an. Kaum dass die Wahllokale geschlossen sind, lässt sich Amtsinhaber Mugabe als Sieger feiern. Herausforderer Tsvangirai spricht von einer Farce.

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Zwar herrscht noch Ruhe auf den Straßen von Harare, doch deutet alles auf einen neuen Streit zwischen Gegnern und Anhängern des Autokraten Robert Mugabe hin, der das Land im südlichen Afrika seit 33 Jahren dominiert. Seine Partei Zanu-PF verkündete kaum verhohlen ihren Sieg. Parteisprecher Rugare Gumbo erklärte, die Abstimmung sei "fair und frei" gewesen.

Mugabes wichtigster Herausforderer, Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, erklärte die Abstimmung dagegen für "null und nichtig". Das Ergebnis der Stimmenauszählung werde nicht rechtmäßig sein und nicht den Willen des Volkes wiedergeben, sagte der 61 Jahre alte Chef der MDC. Er habe seine Bedenken der Afrikanischen Union (AU) und der südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC übermittelt.

Auch Bürgerrechtler kritisierten die Wahl. In manchen städtischen Bezirken habe es ernsthafte Probleme bei Wählerregistrierung und Stimmabgabe gegeben, so das "Simbabwe-Netzwerk zur Unterstützung der Wahl". Viele Bürger hätten ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen können. Das Netzwerk ist eine Dachorganisation verschiedener Bürgerrechtsgruppen und hatte 7000 Beobachter im ganzen Land.

Das offizielle Ergebnis wird bis zum Wochenende erwartet. Wahlen in Simbabwe waren oft überschattet von politischer Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Betrug. Bei der letzten Abstimmung 2008 wurden im Zuge politischer Unruhen mehr als 200 Menschen getötet.

uh/ml (dpa)