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Kunst

Manfred Kielnhofer fordert die documenta in Kassel heraus

"Wächter der Zeit" nennt Manfred Kielnhofer seine Figuren, die er heimlich auf der documenta in Kassel aufgestellt hat. Sie wurden wieder entfernt - doch der Künstler freut sich über den Erfolg seiner Guerilla-Aktion.

"Ist das Kunst, oder kann das weg?", dürften sich die documenta-Macher gefragt haben, als sie die überlebensgroßen Plastikskulpturen des Österreichers eines Morgens vor dem Schloss Wilhelmshöhe entdeckten, später auch in der Karlsaue unterhalb der documenta-Halle. Sie entschieden sich für "weg", denn Kielnhofer hatte seine Figuren ohne Erlaubnis und heimlich über Nacht auf die documenta-Standorte gestellt.

"Mit meinen Guerilla-Aktionen möchte ich die Leute zum Nachdenken anregen", sagt der Künstler auf Nachfrage der Deutschen Welle. "Es geht um Geld und um Macht und das gefällt mir nicht" zitiert ihn die Deutsche Presseagentur. Sie stilisiert Kielnhofers Kunstaktion gar zum Streit mit der renommierten Weltkunstschau, die Kielnhofer mit seinen "Wächtern der Zeit" herausfordere.

Entdeckt und weggeräumt

Die goldenen Skulpturen Wächter der Zeit von Manfred Kielnhofer auf der documenta 14 in Kassel vor dem Schloss Wilhelmshöhe. (Foto: Manfred Kielnhofer )

Mit seiner Guerilla-Kunst möchte Manfred Kielnhofer Kritik an der documenta üben

Ganz so ernst nahmen die Ausstellungsmacher die Aktion aber wohl nicht. "Kein Kommentar", hieß es bei der documenta. Die mystischen Gestalten in Kutten sind kein Teil der Ausstellung und so hatte die Museumslandschaft Hessen Kassel drei "Wächter der Zeit" vor dem Schloss Wilhelmshöhe am Wochenende weggeräumt. Der Künstler könne seine Figuren abholen, so Lena Pralle, Sprecherin der Museumsverwaltung.

Seine Guerilla-Aktion sei jetzt vorbei, sagt Manfred Kielnhofer und kündigt an, die Arbeiten demnächst an "legalen Orten" zu zeigen, unter anderem in einer Kasseler Galerie. Ohnehin dienten seine Arbeiten einem guten Zweck. Einen "Wächter" will er jetzt in einer Berner Galerie verkaufen. Kostenpunkt pro Stück: 5000 Euro. 

Auch in Berlin "noch Plätze frei"

Eines hat der Österreicher Kielnhofer in jedem Fall geschafft: Mit seiner Aktion hat er für Gesprächsstoff auf der Kasseler Weltkunstschau gesorgt. Und die Glossenschreiber der Redaktionen fühlten sich nach langer Durststrecke wieder einmal inspiriert: Die Wächter "dringen in die spaßbefreite Zone der documenta ein", ätzt der Berliner "Tagesspiegel" und schlägt vor: "Auch in Berlin sind noch ein paar Plätze frei, an denen alberne Mönche die Stimmung lockern könnten. Herr Kielnhofer, übernehmen Sie!"

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