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Aktuell Europa

Manchester-Attentäter war den Behörden bekannt

Der mutmaßliche Selbstmordattentäter von Manchester war den britischen Behörden bereits vor der Tat aufgefallen, so die Regierung. Die Polizei sucht fieberhaft nach Komplizen - und meldet weitere Festnahmen.

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Höchste Terrorwarnstufe nach Anschlag in Manchester

Nach dem Anschlag von Manchester sind drei weitere Männer in der nordenglischen Stadt festgenommen worden. Auch diese Festnahmen seien in einem südlichen Viertel der Stadt erfolgt, wo bereits am Vortag ein junger Mann festgenommen worden war, teilte die Polizei mit. Die Beamten hätten bei den Einsätzen Haftbefehle "im Rahmen der Ermittlungen zu dem schrecklichen Anschlag von Montagabend" vollstreckt. Der genaue Hintergrund ist noch unklar. Damit waren insgesamt vier Verdächtige in Gewahrsam. Einer von ihnen soll der Bruder des Attentäters sein, meldete die BBC. Nach Insiderangaben fahndet die Polizei zudem nach dem mutmaßlichen Bombenbauer.

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der mutmaßliche Selbstmordattentäter Salman Abedi möglicherweise Helfer hatte. Die Ausführung des Anschlags sei "anspruchsvoller gewesen als einige der Anschläge, die wir davor erlebt haben", sagte Innenministerin Amber Rudd dem Radiosender BBC. Dies deute darauf hin, dass Abedi "wahrscheinlich nicht alleine gehandelt" habe. "Ich bin sicher, dass wir bei Abschluss dieser Ermittlungen mehr herausfinden werden." Er sei zudem den Sicherheitsbehörden bekannt gewesen. "Er ist jemand, den sie gekannt haben", sagte Rudd weiter.

Gedenken an der Manchester Arena (picture-alliance/empics/D. Lawson)

Gedenken an der Manchester Arena

Die Polizei hatte Abedi zuvor als Täter identifiziert. Medienberichten zufolge war er 1994 als Sohn libyscher Flüchtlinge in Manchester geboren worden. Nach Angaben des französischen Innenministers Gérard Collomb war er wahrscheinlich in Syrien. "Wir wissen heute nur das, was die britischen Ermittler uns mitgeteilt haben", sagte Collomb am Mittwoch dem Sender BFMTV. Abedi habe sich "plötzlich nach einer Reise nach Libyen und dann wahrscheinlich nach Syrien" radikalisiert.

Premierministerin May schreibt einen Text für das Kondolenzbuch (Reuters/B. Birchall)

Premierministerin May schreibt einen Text für das Kondolenzbuch

Die Polizei sucht derweil fieberhaft nach möglichen Komplizen, die weitere Anschläge verüben könnten. Großbritannien rief die höchste Terrorwarnstufe "kritisch" aus, derzufolge mit einem unmittelbar bevorstehenden Anschlag gerechnet werden muss. Das britische Parlament wurde für den Besucherverkehr geschlossen. Wegen der höchsten Terror-Warnstufe seien alle Führungen und Veranstaltungen mit sofortiger Wirkung abgesagt, teilt das Parlament mit. 

Nach Regierungsangaben sollen künftig bis zu 3800 Soldaten zur Sicherung von strategischen Orten und womöglich auch Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Dadurch habe die Polizei mehr Kapazitäten für Patrouillen, hieß es. Eine ähnliche Regelung ist auch in Frankreich seit den islamistischen Angriffen in Paris in Kraft. In Großbritannien wurde diese Maßnahme im Anti-Terror-Kampf bisher noch nicht ergriffen.

Die Polizei in Manchester rief die Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf. Verdächtige Beobachtungen sollten sofort gemeldet werden, erklärte Polizeichef Ian Pilling via Twitter. Im Großraum Manchester sei die Polizeipräsenz erhöht, und dies werde vorerst so bleiben. Die Erhöhung der Terrorwarnstufe in ganz Großbritannien auf das höchste Niveau helfe auch der Polizei in Manchester bei ihren "schnell voranschreitenden Ermittlungen", sagte er demnach. "Die Bürger haben eine ungeheure Stärke und Widerstandskraft unter Beweis gestellt - darauf sind wir auch in den nächsten, schwierigen Tagen angewiesen." 

Großbritannien Polizeieinsatz nach Explosion in Manchester (picture-alliance/AP Photo/P. Byrne)

Besucher und Polizisten unmittelbar nach dem Anschlag vor der Manchester Arena

Der Attentäter hatte sich nach dem Konzert von US-Teenie-Idol Ariana Grande im Eingangsbereich der 21.000 Plätze großen Manchester Arena in die Luft gesprengt. 22 Menschen wurden getötet und 59 verletzt, darunter viele Kinder und Jugendliche. Es war die schwerste Terrorattacke in Großbritannien seit fast zwölf Jahren. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS).

stu/sti (afp, dpa)

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