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Nahost

Manche Freunde, manche Kollegen

Libanon, Abu Dhabi, jetzt Katar. Das bestimmende Thema der Reise von Frank-Walter Steinmeier ist der Konflikt in Syrien. Katar ist die letzte Station des deutschen Außenministers. Und die komplizierteste.

Shakehands mit Katars Außenminister Khalid bin Mohamed Al-Attiyah (r.): Frank-Walter Steinmeier zu Besuch in Katar (Foto: reuters)

Shakehands mit dem Außenminister von Katar Khalid Al-Attiyah (r.): Frank-Walter Steinmeier zu Besuch in Doha

Es ist heiß in Doha, der Hauptstadt Katars. Der Wind fegt durch die Stadt und überall wird gebaut. An einigen Stellen auch mit deutscher und europäischer Beteiligung. Der deutsche Baukonzern Hochtief zum Beispiel hat dort ein mehr als acht Kilometer langes Einkaufszentrum gebaut. An jeder Ecke spürt man das Wachstum, den Aufbruch. Einen Aufbruch allerdings, der zumindest teilweise auf Kosten der ausländischen Bauarbeiter geht. Katar ist sicher die komplizierteste Station der Reise des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier.

Doha unterstützt Islamisten in Syrien

Doha Skyline (Foto: getty images)

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Der Staat beliefert mehr oder weniger offen militante islamistische Gruppen in Syrien mit Geld und Waffen. Diese Gruppen - wie die Ahfad Al-Rasul - kämpfen in einigen Regionen direkt gegen die "Freie Syrische Armee" (FSA), die politisch von den Freunden Syriens unterstützt wird. Zu den Freunden Syriens, die zuletzt in London verhandelt haben, gehört Deutschland genauso wie die Vereinigten Arabischen Emirate - aber auch Katar.

Ausgesprochen werden die Differenzen nicht direkt. Natürlich habe man sich bei den Treffen mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim Al-Thani, und auch dem Außenminister, Khalid Al-Attiyah, umfangreich über Syrien ausgetauscht, sagt Steinmeier. "In London haben wir bereits einen halben Tag über die Unterstützung der moderaten Opposition gesprochen."

Steinmeier wirbt für politische Lösung

Wirklich einig aber zeigen sich Steinmeier und Al-Attiyah nur bei der Ablehnung der Wahlen, die Präsident Baschar Al-Assad in Syrien durchführen lässt. Eine Zäsur bedeuteten sie trotzdem, so Steinmeier. "Nach diesen Wahlen müssen wir noch einmal miteinander sprechen, wir müssen über eine politische Lösung reden."

Mit Bildungsminister Mohammed Abdul Wahed Al Hamadi besucht Steinmeier auch eine Schule (Foto: dpa)

Es geht auch lustig zu: Mit Bildungsminister Mohammed Al-Hamadi besucht Steinmeier auch eine Schule

Hoffnungsvoll klingt der deutsche Außenminister nicht, wenn er über die Aussichten auf eine politische Lösung spricht. Deshalb regt er zunächst kleinere Schritte an, um die Lage der syrischen Bevölkerung zu verbessern. Bereits in Abu Dhabi, auf seiner zweiten Station, sprach er davon, regionale Waffenstillstände in Syrien auszuhandeln. Steigt Katar auf diese Idee ein, könnte es sich wieder einreihen in die Staaten, die zusammen eine politische Lösung des Konflikts wollen und nicht vor allem auf militärische Mittel setzen.

Unter Kollegen

Beim genauen Hinhören wird deutlich, dass es durchaus Klimaunterschiede in den verschiedenen Gesprächen auf dieser Reise gab: Steinmeier und der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Abdullah, bezeichnen sich in ihren öffentlichen Statements als Freunde. Der Außenminister Katars, Khalid Al-Attiyah, hingegen ist "Kollege".

Aber für die Lage der Arbeiter in Doha immerhin sieht es besser aus. Die Gesetzgebung werde geändert, mit der Folge besserer Arbeitsverträge. "Das", so Frank-Walter Steinmeier, "hat mein Kollege mir fest zugesagt".