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Bücher

Man Booker Prize für US-Autor George Saunders

Der US-Amerikaner George Saunders wird in diesem Jahr mit dem Man Booker Prize geehrt. Ausgezeichnet wird der beste englischsprachige Roman des Jahres. Der Preis zählt zu den wichtigsten der Branche.

George Saunders (Artikelbild) wurde am späten Dienstagabend (17.10.2017) in London für seinen Roman "Lincoln in the Bardo" ausgezeichnet, in dem es um die Trauer des US-Präsidenten Abraham Lincoln um seinen 1862 verstorbenen elfjährigen Sohn geht. Beim Besuch des Grabes führt er ein Gespräch mit Geistern, die sich in einer Zwischenwelt im Übergang vom Leben zum Tod befinden. Die Jury, die Saunders einstimmig zum Sieger kürte, beschrieb das Buch als "geistreiche, intelligente und tief bewegende Erzählung". Der 58-jährige texanische Autor zeigte sich bei der Preisverleihung tief gerührt. "Vielen Dank für diese große Ehre. Ich hoffe, ich werde ihr für den Rest meines Lebens mit meinem Schaffen gerecht werden", sagte er. 

"Lincoln in the Bardo" ist Saunders Erstlingsroman, bislang schrieb er vor allem Kurzgeschichten, Essays, Kinderbücher und Zeitschriftenartikel. Außerdem unterrichtet er an der Universität von Syracuse im US-Bundesstaat New York. Es ist erst das zweite Mal, dass der Man-Booker-Preis an einen Schriftsteller aus den USA geht. Der erste Preisträger war Paul Beatty, der 2016 für seinen satirischen Roman "The Sellout" ausgezeichnet wurde. 

Als aussichtsreichster Favorit im Rennen um den diesjährigen Man Booker Prize galt im Vorfeld Saunders Landsmann Paul Auster. Der bereits etablierte Schriftsteller hatte es mit seinem Roman "4321" bereits auf die verkaufsfördernde  Shortlist der sechs besten Romane geschafft. Auf 1246 Seiten erzählt er darin die Geschichte eines jungen Amerikaners in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts, der in familiäre Abgründe verstrickt ist. Und sich die existentielle Frage stellt: "Wie groß ist die Kluft zwischen dem Leben, das wir führen, und dem Leben, das wir führen möchten."

Preis für Unerschrockenheit

Die jüngste Kandidatin für den Man Booker Prize 2017 war mit ihrem Erstlingsroman nominiert worden: "Elmet", geschrieben von der 29-jährigen Britin Fiona Mozley. Auch ihr wurden gute Chancen eingeräumt.

Nach Ansicht der Jury verstießen alle sechs Bücher, die in die Endauswahl gekommen waren, "unerschrocken gegen die Grenzen der Konventionen", so die Jury-Vorsitzende Baroness Lola Young. Die diesjährige Shortlist habe sowohl etablierte Autoren, wie auch literarische Newcomer berücksichtigt. Ausgezeichnet wird jedes Jahr der beste englischsprachige Roman, der im Vereinigten Königreich erschienen ist.

Renommierte Auszeichnung

Die renommierte Auszeichnung wird seit 1969 verliehen und ist mit 50.000 Pfund Sterling dotiert, das entspricht rund 55.400 Euro. Ursprünglich wurde der Preis von der Firma Booker, einem britischen Lebensmittelgroßhändler, vergeben. Inzwischen hat das eine Stiftung übernommen.

Bekannte Preisträger waren bisher Ian McEwan, Iris Murdoch, Nadine Gordimer, Margaret Atwood und Salman Rushdie. Auch der diesjährige Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro zählt zu den Ausgezeichneten: 1989 bekam er den Man Booker Prize für seinen später verfilmten Roman "Was vom Tage übrig blieb".

hm/rey (dpa, epd)

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